Insgesamt 4 Wochen habe ich nun überwiegend beschwerdefrei (und wenn dann nur beschwerdearm) trainiert – harte Intervalle im Lauf- und Radtraining inklusive. Zusätzlich gab’s einen letzten Check bei meinem Physio am vergangenen Donnerstag. Deshalb… (Achtung! Trommelwirbel bitte!)… gebe ich mich für eine Woche auf Probe aus dem #Twitterlauftreff-Lazarett frei!
Nach langer verletzungsbedingter Wettkampfpause bestritt ich gestern außerdem meinen ersten offiziellen Wettkampf im neuen Jahr. Und wer hätte gedacht, dass es keine Laufveranstaltung, sondern ein Radrennen, genauer: ein Einzelzeitfahren sein würde? Zugegeben: Das war absolutes Neuland für mich.
17:37 Uhr hieß es GO! GO! GO!, mein Startsignal über 12,6 km auf dem Rennrad fiel. Ich startete als eine von vier Frauen im Hobbyrennen und
hatte mich außerdem für die Wertung der Thüringer Hochschulmeisterschaften angemeldet. Es wurde bergan gestartet – also gings zu Beginn gleich mal im Wiegetritt auf die erste Bergkuppe und dann IMMER GIB IHM! Die Streckenführung hatte ich vorher auswendig gelernt, für Gedächtnisschwächen (im Falle zwischenzeitlicher körperlicher Totalerschöpfung) hatte ich mir eine kleine Hilfe auf meinem Oberrohr befestigt (siehe Bild links). Die Strecke enthielt zwei Wenden, eine in Golmsdorf, eine in Jenalöbnitz. Außerdem musste für den Abstecher nach Jenalöbnitz auf dem Hin- und Rückweg scharf rechts abgebogen werden. Das Ganze war mit 114 Metern Höhenunterschied auch etwas hügeliger als das, worauf ich mich “im Geiste” so eingestellt hatte.
Als Zeitziel setzte ich mir die 25-Minuten-Marke. Ich wollte auf jeden Fall ‘ne 30 vorne sehen. Mit knapp 1.500 Rennradkilometern (62.5 Stunden) und weiteren gut 77 Stunden Rollentraining in der 2012er Trainingstasche hielt ich das für durchaus möglich. Da meine schnellste Freiluft-Einheit bis dato bei 25,8 km/h auf 40,8 Kilometern lag*(305 Hm), dachte ich mir, dass ich auf soeiner kurzen Strecke durchaus gehörig schneller fahren könnte (*Tempospritzen innerhalb von längeren Einheiten, z.B. 20-minütige Tempoeinlagen, habe ich bislang nicht separat ausgewertet).
Dank Wettervorhersage wusste ich auch, dass mir bis zur ersten Wende kräftiger Gegenwind blüht. Da machten sich die Touren nach Keßlar bezahlt – da gibt’s sowas wie Böengarantie
und die Windangst lässt sich dort ebenso gut ab- wie ein Balancegefühl antrainieren. Dass ich beim Einzelzeitfahren starte, hatte ich übrigens erst paar Stunden vor Meldeschluss (05.05.2012; 18 Uhr) entschieden. Zwar trainiere ich seit Mitte Januar doch recht intensiv auf dem Rad, spezielles Ziel war bislang aber lediglich, meine Ausdauer zu retten bis ich wieder “normal” laufen kann.
Zurück zum Rennverlauf: Ich gab so ziemlich alles an Stoff, was ich parat hatte. Ehe man sich versieht, ist man schließlich schon im Ziel und wenn man da nich auf’m letzten Loch pfeift, hat man zwischendurch vermutlich paar Tritte zu wenig Druck aufs Pedal gegeben
. Da ich als dritte Frau gestartet war und den anderen zwei hinterherfuhr, konnte ich an den Wendestellen (zumindest tendenziell) die Abstandsentwicklung gut beobachten. Die erste schien Boden gut zu machen, während meine direkte Vorgängerin Zeit einbüßte.
Und spätestens die Abfahrt in den Zielort (Graitschen), die ich mir mit zwei kleineren Anstiegen erstmal wieder erarbeiten musste, bescherte mir dann ein kräftiges Racer’s-High (ihr wisst schon: das Äquivalent zum Runner’s High). Ach ja: und ich pfiff auf dem letzten Loch. Meine Beine hatten ja schon zeitig begonnen kräftig zu brennen. Gut zu wissen, dass man trotzdem immer noch mehr geben kann.
Und es war einfach ein wunderbares Gefühl sich bei einem Wettkampf mal wieder völlig zu verausgaben.
Meine Zielzeit von 24:30 Minuten (30,86 km/h – Ziel geschafft
) bescherte mir außerdem Platz 3 in der Damenwertung (4 Starterinnen), Platz 2 in der Thüringer Hochschulwertung (3 Starterinnen) und Neuzugang im Pokalregal.






































