Zunächst ein kurzer Abriss über meine Wettkampf-Biografie in Dresden:
- 10 km-Lauf im Rahmen des Dresden-Marathon (2008+2009)
- Halbmarathon beim Citylauf Dresden (2009)
- 10 km-Lauf im Rahmen des Oberelbemarathons (2010)
Und weil mir Dresden so gut gefällt, ist in diesem Jahr auch noch der SportScheck-Lauf dazu gekommen.
Ich habe nach der Horizontale mit einem neuen Trainingsplan angefangen und trainiere demzufolge seit genau zwei Wochen wieder wie gewohnt. So kam es, dass am vergangenen Wochenende ein Testlauf angesagt war, den ich glücklicherweise nicht allein in Jena entlang der Saale absolvieren musste – Stattdessen gings an die Elbe in die Wettkampf-City No. 1.
Dafür stand ich Sonntag wie gewohnt kurz nach sechs auf, frühstückte eine Portion Früchtemüsli mit Vanille-Soya und auf gings zusammen mit Nagetier in Richtung Sachsen-Hauptstadt. Laut Ausschreibung sollte man die Startunterlagen bis 8.45 Uhr abholen, also waren wir kurz nach halb neun da. Nebst einer Probe RedBull, einem Lippenpflegestift und einem Dextro-Energeen gabs wie schon in Chemnitz ein schickes T-Shirt, das dann auch beim Wettkampf getragen werden sollte. Cool war, dass die Identifikation allein über den Zeitmess-Chip lief und man sich keine Startnummer antackern musste. Die Sponsoren standen ja auch alle auf dem T-Shirt. Bis zum Start war noch ewig Zeit. Deswegen guckten wir uns die Bambini-Läufe und den 5 km-Volkslauf an. Ganz verdutzt war ich, als neben uns der Comedy-Star von ZACK! stand. Anbei sein Hund, der mehr als halb so groß war wie er.
Kurz nach 10.30 Uhr fiel der Startschuss. Nach etwa 500m Platzsucherei, Überholen und Überholt-Werden lief das Rennen recht geordnet ab. Nagetier lief sein Training (10 km ruhiger Dauerlauf) im Rahmen dieses Wettkampfes und wollte mir deshalb Gesellschaft leisten. Ich dachte erst, wir würden uns im Gerangel vielleicht verlieren – auch mit der Vorahnung er würde etwas schneller laufen als abgesprochen. “Wenn du 4:54 min/km laufen willst, ist mir das aber zu schnell”, sagt er vorher. “Ha ha”, kann ich jetzt nur sagen, denn mit meiner Vorahnung hatte ich recht. Wir waren recht zügig unterwegs. Schneller als gedacht. Deshalb schwirrte mir eigentlich spätestens ab dem 3. km im Kopfe herum, dass ich dieses Tempo niemals halten kann. Kurz vorm 4. km gabs das erste Mal Getränke. Ich bin nach dem Trinken immer ziemlich außer Atem – aber zumindest landet auch etwas vom Wasser in meiner Speiseröhre. Es soll ja Leute geben, die können beim Laufen nicht aus Bechern trinken und kippen sich alles über’n Frack oder die Hälfte in die Nase und die Augen
Kurz darauf gings dann auch mehr oder weniger übers Feld, als die Strecke vom Elbufer hoch an die Straße führte. Hier fiel ich mal etwas ab, versuchte aber immer wieder ranzulaufen. Mentale Memo: “Wenn ich schneller laufe, gehts besser” (war auch echt so! wenn ich außer Puste war, lags meistens daran, dass ich langsamer wurde und aus dem Rhythmus kam). Und so blieben wir tatsächlich das ganze Rennen zusammen. Wieder zurück am Elbufer (etwa 7 km waren um) gabs wieder Getränke. Nagetier sorgte zwischenzeitlich für lustige Szenen. Zum Beispiel hielt er sich beim Wendepunkt am Aufsteller fest und kippte ihn fast um. Oder dann rief er mir gelegentlich etwas zu wie “Gute Zwischenzeit” oder “Schön konstant”, sodass sich einige Läufer fragten, mit wem er denn nur rede. Oder er mischte den Getränkestützpunkt auf, indem er mitten in die Becher fasste, sich drei Stück schnappte, aber dabei noch 10 andere umschmiss.
Obwohl mich beim 5. Kilometer immer die Gedanken quälen, dass es ja noch so weit sei, vergehen vor allem Kilometer 7 bis 9 irgendwie total schnell. Wahrscheinlich hat das Gehirn nich mehr so viel Sauerstoff und konzentriert sich aufs Gerenne – das reduziert die mentale Qual. Vielmehr fragt man sich, ob die Lunge nich bald platzt
Coolerweise konnte ich auch noch einen kleinen Endspurt hinlegen und verbesserte meine SB auf 10 km in diesem Jahr. Zwar noch meeeeeeeeeeilenweit von der PB entfernt, aber immerhin: bin ja erst seit 2 Wochen wieder im Training.
Schade, dass ich nicht immer einen Pacemaker dabei hab (Danke an den Hasen an dieser Stelle) … Ach ja, meine Zeit: 48:42 min.

Veröffentlicht von Nagetier am 15. Juni 2010 um 10:29
Glückwunsch zum doch recht guten Lauf, so 2 Wochen nach der Horizontale. Vor allem waren wir recht konstant und haben fast einen negativen Split hingekriegt.
Das Hasen-”Angebot” nehme ich doch gerne an. Ich sage dann schon Bescheid, wenn Du mir zu schnell wirst. Bis dahin guten Trainingsverlauf und vor allem Gesundheit.