Tag X war also da – der Tag meines ersten Staffelrennens (bei dem ich nicht nur eine halbe Runde sprinte, um meiner Schule zu einem akzeptablen Platz zu verhelfen). Unser 7-köpfiges Team ‘Frischluftfanatiker’ trat bei der SaaleHorizontale-Staffel an, einem Etappen-Berglauf.
Was natürlich erstmal vollkommen merkwürdig ist: Während andere schon aufgeregt durch die Wohnung wuseln, sucht man selbst völlig gelassen erstmal die Laufklamotten zusammen. Allerdings war es mir unmöglich, nicht selbst auch schon “heiß” auf meine Etappe zu werden, denn Nagetier beschallte mit ACDC meine heimischen Hallen, um sich für den Start zu pushen. Als wir eine knappe Stunde später am Start etwas bibberten und das Jazz-Gedudel über uns ergehen lassen mussten, war dann aber erstmal wieder genug mit “heiß”.
10.02 Uhr spurte Nagetier also mit 65 anderen Startläufern und dem USV-Schlussläufer bergauf in Richtung Lobdeburg. Landschaftsflitzer und ich zuckelten während dessen im Konvoi mit einigen anderen Pkws zum Ziegental, wo der erste Wechsel passieren sollte. Ich war schon jetzt völlig nervös und konnte kaum nachvollziehen, wie Landschaftsflitzer in der Lage war, sich wenige Minuten vor dem Eintreffen von Nagetier nochmal fürs “Wasserlassen” vom Wechselpunkt zu entfernen… Dann hieß es plötzlich “47″ und unsere Biene Maja kam aus dem Gebüsch geflogen – vom Wechsel gelang mir ein sensationelles Foto *schulterklopf*
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Mit ein wenig Hektik im Blut geduldete ich mich etwas bis Nagetier wieder “zu Luft” kam – dann wurde schon wieder ins Auto gesprungen, um in der Nähe des Jenzig zu parken. Denn zum 2. Wechselpunkt musste gewandert werden. Unterwegs fiel mir ein: ‘Verdammt! Mein Mittag!” – mein Start war für 14:45 Uhr angesetzt, sodass ich 12.15 Uhr meine Nudel-Möhren-Paprika-Bohnen-Speise verdrückt haben wollte… Aber als ich oben war, nach ca. 30 Sekunden schon “47″ gerufen wurde und Landschaftsflitzer seinem Namen alle Ehre machte, hatte sich die Mittagsverzögerung samt Wanderung gelohnt. Mit meinem Freudenschrei “Er kommt!!!” und etwas freudigem Herumgehopse amüsierte ich wohl auch den Rest der Zuschauer ein wenig
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Wiedermal wurde eine SMS verschickt, denn nach Johanna, die ihre Leistung vom letzten Jahr (damals Staffel “Germlit”) mit einigen Sekunden Verbesserung fast punktgenau wiederholte, ging Tanja auf die 14-Kilometer-Etappe. Indessen fuhren wir anderen drei zu meinem Startpunkt. Und dann hatten wir erstmal sehr viel … (tick tack tick tack) Zeit. Soviel, dass wir eine halbe Stunde dort eintrafen ehe überhaupt die erstplatzierte Staffel (X-Runners) hier wechselte – und die hatten bereits dort (am drittletzten Wechselpunkt) eine halbe Stunde Vorsprung! Respekt!
Und dann endlich (zwischendurch hatte es schon wieder geschifft) kam mein Part. Als Tanja an mich “übergeben” hatte, sprudelte auf den ersten drei Kilometern erstmal das Adrenalin und ich gab alles, was ich hatte. So zog ich schonmal an einer Frau vorbei. “Auf den Bergab-Passagen ruh’ ich mich schon wieder aus”, dachte ich. Und so war es auch. Als ich dort Frau Nr. 2 kassierte, merkte ich erstmal, dass ich vermutlich bergab recht fix unterwegs war – im Vergleich zu den anderen, die mir auf meiner Etappe begegneten. Und dann hangelte ich mich von Streckenpunkt zu Streckenpunkt. Ortschaft (welche auch immer) – knackiger Berg – offenes Feldstück (wieder zwei Läufer überholt) – Wald mit Schlängelweg – Wald mit Matschboden – und dann: der Wiesenweg zwischen zwei Zäunen. Ab hier fühlte ich mich dem Ziel schon mächtig nahe, obwohl es noch drei Kilometer zu bewältigen gab – aber die Anstiege hielten sich in Grenzen. Ich sammelte also noch ein paar Männer ein (
), um dann anschließend bergab richtig rollen zu lassen – mit Nachdruck rollen zu lassen, um nochmal was rauszuholen.
Da blieb noch ein Fünkchen von Gelegenheit, um auf die Zeit zu schielen: Und just in diesem Moment schlug es von 59:59 Minuten auf 1:00:00 Stunden. Hm. “Unter ‘ner Stunde wird’s also nichts mehr…”, dachte ich. War auch nicht die Zielsetzung, die hieß 5:30 er Schnitt. Also: Egal – einfach weiter den Berg runter preschen… da sah ich schon die Kurve vor’m Wechsel und mich übermannte ein mächtiger Gänsehautschub mit Tränenkulleranflug, der sich aber doch rasch legte, denn ich hatte nach wie vor eine Bergab-Passage auf wiesigem Boden zu meistern – und dann: noch in die Kurve rein und mit Andreas abklatschen… Super.
Mein erster echter Berglauf-Wettkampf: 1:01:02 Stunden für offiziell 11,2 Kilometer (laut GPS 11,44 Kilometer). Von allen Frauen dieser Etappe war ich sogar die schnellste (letztes Jahr wäre ich drittschnellste Frau gewesen).
Aber bei einem Staffelrennen ist nur für den Zielläufer nach der eigenen Etappe auch der Lauf beendet. Also fuhren wir (mittlerweile zu viert) zur Papiermühle, um Andreas, der viel schneller als angesagt zum Wechsel an unseren Helden Erik (weil kurzfristig eingesprungen und das Team vor dem Nicht-Start gerettet) übergab. Die Anfahrt zum Schottplatz erwies sich als von uns missorganisiert, sodass wir leider, leider, leider… den Zieleinlauf von Held Erik verpassten. Verdammt. Aber zum Teamfoto waren dann alle wieder da!

Björn (Landschaftsflitzer), Andreas, Kersten (Nagetier), Held Erik (hinten v.l.), Johanna, Tanja und ich (vorne v.r.)
Fazit: Ein super Event und klasse Teamerlebnis. Etwas Organisations-Engagement ist gefragt, denn für die Anreise zum jeweiligen Etappenstart muss jeder selbst aufkommen. Selten verbringt man aber einen Tag mit sovielen Freu-Anfällen




Veröffentlicht von Nagetier am 3. Juli 2011 um 21:33
Ja, da haben wir als Staffel ganz schön was gerissen und können echt stolz auf uns sein. Jeder hat sein Stückchen für die super Endzeit eingebracht und das Treffen im Ziel war ja wohl das Zeichen: das Team ist für mehr gemacht?!
Ein herrlicher Laufsamstag, den wir so auch noch nicht erleben durften. Im kommenden Jahr schaffen wirs dann auch zum gemeinsamen Zieldurchlauf! Versprochen!!!
Veröffentlicht von Corinna am 4. Juli 2011 um 06:50
Ein schöner, emotionaler Bericht und eine verdammt grandiose Leistung! Teamsport ist mal was anderes! Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
Veröffentlicht von Landschaftsflitzer am 4. Juli 2011 um 07:17
Dem kann ich nur zustimmen: Der Bericht ist klasse und deine Leistung war wie erwartet sehr gut.
Es hat wirklich Spaß gemacht und wann haben wir sonst schon mal die Gelegenheit alle drei an einem Tag so zu laufen, dass immer zwei als Bodencrew zur Verfügung stehen.
Veröffentlicht von juliregen am 5. Juli 2011 um 11:43
@Nagetier @Landschaftsflitzer:
Aber ich würd’ meine geliebte Etappe nicht abgeben
Na dann würd’ ich ja glatt sagen, das schreit geradzu nach einer erneuten Teilnahme im nächsten Jahr
@Corinna
Dankeschön!