15. Rieselfeldmeile

Eine gute Woche nach meiner Teilnahme am 5-km-Lauf der 15. Rieselfeldmeile habe ich meine Zielzeit mittlerweile realisiert. Ich konnte meine angepeilte Sub22 um knapp 12 Sekunden pro Kilometer unterbieten und finishte in einer für mich ungeahnten Zeit von 21:00 Minuten!!!

Wie es bei Wettkämpfen, die erst am Nachmittag starten, so ist, muss man die Zeit bis dahin irgendwie rumkriegen ohne sich (physisch) großartig zu ‘belasten’. Nach dem Müsli-Frühstück folgte ein Spaziergang mit Landschaftsflitzer in die Freiburger Innenstadt, um sich bei der Touristeninfo für den Urlaub [der mental natürlich erst nach der Rieselfeldmeile begann] mit der SchwarzwaldCard zu versorgen. Getrunken wurde an diesem Vormittag ohne Ende, denn das Gewitter würde laut Himmelsbetrachtung vor dem Rennen nicht mehr eintreffen. Heißt: Eine Hitzeschlacht war zu erwarten. Zum Mittag gab’s Nudeln mit frischem Möhren- und Paprikagemüse sowie Bohnen + einen kleinen Joghurt – bei der SaaleHorizontale-Staffel hatte ich mit dieser Mittagsversorgung gute Erfahrungen gemacht. 12.30 Uhr war das Ganze im ‘Kasten’ ;-) .

Da wir weit vor 14 Uhr den Freiburger Stadtteil Rieselfeld erreichten, wurde in Ruhe die übliche Startnummernabholung betrieben. Man bot uns sogar einen Gratis-Kabelbinder an (der war sehr groß – warum ihn also verschmähen?). Ein T-Shirt mit dem diesjährigen Logo war für Voranmelder im Startgeld inbegriffen. Den Transponder aus Papier galt es sich (möglichst formschön, weil sonst nicht funktionstüchtig) in den Schnürsenkel einzubinden.

Der Schlange vor der Damentoilette geschuldet, konnte ich erst 5 Minuten später als üblich mit der Erwärmung beginnen und war damit eigentlich auch zu spät erst fertig, um noch die 15 Minuten ‘Bewegungs-Ruhe” zu haben, die ich sonst vor Startbeginn einhalte. Nichtsdestotrotz reihten wir uns gleich ins Starterfeld ein – wie vorgenommen weit vorne. Hier erreichte uns dann über den Lautsprecher die Mitteilung, dass sich der Start (wegen eines Rettungseinsatzes im Rieselfeld) um 10 Minuten verzögern werde.

Kurz nachdem die ältere Generation auf ihre 600-Meter-Rollator-Runde ging, verdichteten sich die Startreihen. Landschaftsflitzer und ich positionierten uns in der 7. Reihe. Sein Part bei diesem Rennen sollte es sein, mir den Rücken frei zu halten (Gedrängel am Anfang) und den Rest des Rennens hinter mir zu laufen, solange das Tempo nicht langsamer als 4:24 min/km wird. Die Absprache war: Werde ich langsamer, läuft er auf meine Höhe, damit ich weiß, ich muss wieder eine Schippe drauflegen.

Nach dem Startschuss ging es tatsächlich heftig und ellbogig zur Sache. Da wurde auch bei Frauen keine Ausnahme gemacht. Das Tempo lag beim ersten Blick auf meine Polar deutlich unter 4:00 min/km – es wurde gestartet wie beim Bambinilauf. Nach etwa 150 Metern konnte ich mein eigenes Tempo finden und kontrollierte es wirklich sehr oft auf den folgenden Kilometern. Nach dem ersten Kilometer (4:05.8 min.) fühlte ich mich gut. Nach dem zweiten Kilometer (4:10.3 min.) hatte ich zumindest schon den Gedanken, dass ich mich bei einem 10er jetzt verhätlnismäßig ungefähr bei Kilometer 7 oder 8 befinde – und da bin ich meist ja auch schon ziemlich müde – also muss es bei 5 Kilometern nach den ersten Zweien ja auch schon etwas “zwiebeln”. Die zahlreichen Gartenschläuche und Wasserduschen unterwegs machten die 28°C an diesem Tag zumindest zeitweise nicht mehr spürbar. Mit den Temperaturen hatte ich also weniger zu kämpfen, zumal ich aufgrund der Kurven viel mit dem Tempohalten oder -wiederaufnehmen beschäftigt war. Aus den zwei Wasserbechern (einen gab mir mein “Schieber”, einen griff ich selbst) erreichte auch nicht wirklich etwas meinen Mund.

Rot-shirt-chen in einer Männergruppe ;-)

Auf Kilometer 3 und 4 konnte ich zu meiner eigenen Überraschung das hohe Tempo halten (4:12.2 min. + 4:13.2 min). Für irgendwelche Rechnereien war ich allerdings zu sehr beansprucht. Hauptsächlich hatte ich auch damit zu tun, mich wirklich aufs Laufen zu konzentrieren und körperlich die Spannung für das bis dato ungewohnt hohe Tempo zu halten. Im Übergang zum fünften Kilometer hatte ich einen kleinen Hänger und mein “Schieber” wurde kurzzeitig zum Nebenmann, was mich dann wieder ins alte Tempo zurückbrachte. Einige Meter vor der Zielgerade wurde Landschaftsflitzer dann auch erstmals verbal aktiv und feuerte mich noch für den Zielsprint an. Außerdem spornte er mich an, die vor mir liegende Friederike Doll noch einzuholen (Masterswertung), deren Schlussspurt allerdings nicht zu verachten war. Kurz vor der Ziellinie sprang mir dann auch die Uhr ins Auge, auf der die Sekunden umschlugen 54 – 55 – 56 – 57 – und ich versuchte und versuchte – 58 – 59 – und bei 21:00 lief ich unter dem Torbogen hindurch…

Bestzeit laufen ist (meistens) kein Zuckerschlecken. Aber (fast) nichts ist besser als die Sekunden kurz vor Zielüberquerung!

WAHNSINN!!! Niemals hätte ich an soeine Zeit geglaubt! Unfassbar!

Besten Dank an meinen Begleiter. Das hat fast so gut geklappt, als hätten wir’s vorher geübt :-) . Am Rande sei noch meine Platzierung genannt: Platz 5 der weiblichen Hauptklasse und Platz 8 aller weiblichen Finisher.

P.S. Besten Dank für das Organisieren und Zuschicken der Fotos an Georg Supp!!!

5 Antworten auf diesen Artikel.

  1. Veröffentlicht von Supermario72 am 20. September 2011 um 09:45

    Super – hört sich nach einem perfekten Wettkampf an!

    Klasse und herzlichen Glückwunsch!

    Grüße aus Köln!
    Mario

    Kommentar

  2. Mit diesem Leistungssprung habe selbst ich nicht gerechnet. Am Anfang hoffte ich nur, dass du weißt, was du da machst. Du wusstest es und hast dir diese Zeit mehr als verdient. Ich bin stolz auf dich.
    In Dresden wird die 45 fallen, da bin ich mir mittlerweile sicher.

    Kommentar

  3. Veröffentlicht von Nagetier am 20. September 2011 um 17:19

    Nochmal Glückwunsch. Jetzt gehts aber richtig los.
    Wünsche Dir dieses Stehvermögen auch in Dresden. Endlich mal ein Leistungssprung, der den Namen verdient und nach dem harten Training lange überfällig ist.

    Kommentar

  4. Veröffentlicht von Grit am 20. September 2011 um 21:50

    Geniale Zeit – herzlichen Glückwunsch. Da wird Dresden super werden…glaub an dich, dann wird alles gut!
    lg

    Kommentar

  5. Veröffentlicht von juliregen am 22. September 2011 um 07:38

    Danke euch allen für die Glückwünsche!

    Kommentar

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