Wer meinen Blog schon länger liest, wird sich vielleicht an mein “Wunschszenario” noch erinnern. Ehrlich gesagt, habe ich das am 03. Juni noch für völlig unmöglich gehalten, dass ich knapp 5 Monate später die 45-Minuten-Marke auf der 10-km-Strecke knacken würde. Was das angedeutete Pfeifen in der Zeichnung angeht… Ich habe gepfiffen – aber auf dem letzten Loch. Aber was tut man nicht alles für 44:47 Minuten auf 10 km!?
Die Bedingungen am Wettkampftag war wie vorhergesagt: Sonne pur bei blauem Himmel, dafür aber niedrige Temperaturen, nur wenig über 0°C. Angereist wurde vom Hotel per Straßenbahn, um vor Ort über die Kleiderwahl zu entscheiden. Handschuhe + Halstuch + Langarmshirt standen ohnehin fest. Kurz vor Gepäckabgabe fiel die Entscheidung dann auf die kurze Hose. Für die Erwärmung hüllte ich mich in Wegwerfkleidung (sichtlich zu groß – muss witzig ausgesehen haben). Vor dem Einsortieren in den Startblock wurde die Bigsize-Hose noch in ein Bäumchen gefredelt, fünf Minuten vor Start noch die Hose an ein Absperrgitter geknotet und kurz drauf ertönte schon “The Final Countdown”.
Ich hatte vor, die einzelnen Kilometer per Hand zu stoppen. Die ersten Zwischenzeiten gingen auch völlig in Ordnung: 4:18 – 4:20 – 4:20 – 4:24 – 4:21. Das waren für mich absolut fantastische Zwischenzeiten. Dass die Kilometerschilder aber in nicht so ganz gleichmäßigem Abstand aufgestellt wurden, zeigte sich bei Zwischenzeit Nr. 6: 4:01 min/km. Das konnte nicht stimmen. Zwischenzeit Nr. 7: 4:49 min/km. Summa summarum 4:25er Zwischenzeiten. Also immer noch absolut in Ordnung. Allerdings irritierte mich das Ganze – vom Dresden Marathon war ich sowas bisher nicht gewohnt, allerdings gab’s am Anfang auch eine kleine Streckenänderung. Ich befürchtete nur eine zu kurze Strecke – die Befürchtung bestätigte sich am Ende ZUM GLÜCK aber nicht.
Ich möchte an dieser Stelle mein großes Jahreshighlight nicht durch irgendwelche Rechnungen ‘zerschreiben’ – durch Hickhack darüber, welches Schild eigentlich da oder da hätte stehen müssen. Tendentiell bleibt festzuhalten: Die vier Brücken auf den 10 Kilometern, die jeweils hoch gelaufen werden müssen, knallen auf der kurzen Strecke doch mehr rein, als ich es erwartet hatte. Nach vier, fünf Kilometern dachte ich schon “Autsch, du könntest dich echt noch bissl frischer in den Beinen fühlen!” Bei Kilometer 9 schaute ich dann mal auf die aktuelle Zeit und musste feststellen: Den letzten Kilometer muss ich jetzt in jedem Fall noch unter 4:30 reißen, ansonsten wird’s eng mit der 45. UND DAS KONNTE JA WOHL NICHT SEIN!!! Auf dem 8. und 9. Kilometer hatte ich ordentlich was liegengelassen. Ich musste echt beißen. Der Spruch vom Nebenmann “Ausruhen kannst du dich im Ziel!” zusammen mit dem Blick auf die Uhr brachten mich an die Grenze, die nötig war, um im Letzten nochmal ordentlich rumzuleiden und dann doch noch “realtiv sicher” die SUB45 zu knacken. Zugegeben, ich hatte es mir einfacher vorgestellt. Aber schließlich wollte ich GENAU HIER IN DRESDEN die Sub45 schaffen. Wohlwissend, dass es dafür geeignetere Strecken gibt.
Ich hab’s geschafft! Das ist einfach nur krass.

Veröffentlicht von Frank am 29. Oktober 2011 um 22:16
Herzlichen Glückwunsch zur neuen tollen PB !
Was mich interessiert: Du bist am 27.08.2006 die 10km schon in 48:33 min. gelaufen, dann bis 2010 immer zwischen 46:xx und 48:xx min. (meistens) und hast erst (aber nicht missverstehen) in 2011, also mehr als 5 Jahre später, die 45min. gecknackt.
Hast Du in 2011 irgendetwas anders gemacht als in den Jahren zuvor ?
Viele Grüße
Frank
Veröffentlicht von juliregen am 30. Oktober 2011 um 08:26
Danke dir, Frank!
Deine Frage ist absolut berechtigt! Dazu müsste ich vielleicht erstmal erklären, dass ich bis Frühjahr 2008 Handball gespielt habe. Alle läuferischen Leistungen sind bis dahin quasi “so nebenbei” mit abgefallen – ganz in Abhängigkeit davon, wie das Kondiitionstraining aussah. Und sofern im Sommer eifrig Lauftraining absolviert wurde, war die Ausdauerfähigkeit dann eher “laufspezifisch”, was sich zum Herbst hin in Richtung Ballsportausdauer (eher intervallartig) verschob.
Im Winter 2007/08 bin ich neben dem Handballtraining sehr wenig gelaufen. Im Frühjahr 2008 habe ich daher – was die Schnelligkeit auf Strecken von 5 bis 10 km betrifft – im Prinzip bei Null angefangen. Längere Strecken durchzulaufen, war allerdings kein Problem. Und ab Frühjahr 2008 bin ich dann ganz aufs Laufen umgestiegen.
Um es auf den entscheidensten Faktor herunter zu brechen, was ich denn nun dieses Jahr anders gemacht habe: Bergtraining!
Veröffentlicht von Michael am 30. Oktober 2011 um 22:00
Toller Blog und super Leistung. Herzlichen Glückwunsch auch nochmal an dieser Stelle!
Viele Grüße
Michael
Veröffentlicht von Nagetier am 31. Oktober 2011 um 20:23
Dicker Glückwunsch. Jetzt gehts endlich aufwärts, nicht nur zur Lobdeburg!!!
Veröffentlicht von marcus am 1. November 2011 um 01:19
Glückwunsch zur neuen Bestzeit auf einer wirklich nicht einfachen Strecke. Tolle Sache!
Veröffentlicht von Landschaftsflitzer am 1. November 2011 um 09:18
Das war wirklich eine klasse Leistung. Ehrlich gesagt, hätte ich die Strecke auch für geeigneter gehalten. Die Brücken sind echt nicht ohne. Gerade wenn man sowieso schon fast am k….. ist.
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Du hast dir die Zeit mehr als verdient. Herzlichen Glückwunsch auch nochmal von mir.
Schön das ich dabei sein durfte
Ich bin stolz auf dich.
Veröffentlicht von Supermario72 am 3. November 2011 um 09:12
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Superleistung!
Anhand meiner erst kürzlich gelaufenen zwei 10km-Wettkämpfe, kann ich Deinen Bericht umso mehr nachvollziehen. Die 10km-Distanz verzeiht kaum Schwächen! Da muß man schon von KM1 an absolut fit sein!
Aber Du hast das super gemeistert! Die Fotos zeigen einen sehr zielstrebigen und energischen Laufstil – alles auf neue PB ausgerichtet. Klasse!
Eine Frage noch – zu welcher Platzierung hat es denn mit dieser tollen Leistung gereicht?
Grüße aus Köln!
Mario
Veröffentlicht von juliregen am 4. November 2011 um 10:31
@Michael: Dankeschön! Ich kann gleiches nur noch einmal zurückgeben
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@Nagetier: Danke! Zur Lobdeburg hoch sind’s ja auch nur so’n paar kleckrige Höhenmeterchen
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@marcus: Dankeschön! Mal sehen, wann ich die 10 nochmal auf einer etwas einfacheren Strecke angehe…
@Landschaftsflitter: Da kann ich nur entgegnen: Danke, dass du dabei warst! Zu zweit leidet’s sich ja doch einfacher. Obwohl… eigentlich hast du dir neben mir ja einen Lenz gemacht
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@Supermario: Schön, mal ein paar Eindrücke von einem “Gleichgesinnten” (was die Distanz betrifft) zu lesen. Danke für deine Glückwünsche und deinen Zuspruch
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Zur Platzierung: Ich wurde 15. Frau und 4. in meiner AK (aber an die 3. wäre – zumindest an dem Tag – kein Herankommen gewesen, da sie >30 sec schneller war).