Saisonhighlight: 29. KnappenMan

Als zweiten A-Wettkampf nach dem Leipziger Triathlon erkor ich den KnappenMan aus: Die Anreise ist mit gut zwei Stunden zwar etwas aufwändiger, die gute Orga aus dem vergangenen Jahr und eine Streckenführung ganz nach meinen Geschmack sorgten jedoch für eine schnelle Entscheidungsfindung.

Ein Start um 14.30 Uhr ist vielleicht nicht ganz mein Favorite – das Thermometer zeigte mit 24 Grad allerdings nahezu ideale Bedingungen an. Die Windverhältnisse ähnelten denen fünf Wochen zuvor in Leipzig. Es galt vier Runden zu fahren – im Gegensatz zu Leipzig hier allerdings auf einem Wendepunkt-Kurs.

Was die Form betrifft, war ich mir übrigens eher unsicher – die Trainingsperiodisierung hatte ich ein bisschen verändert und der Pöhler Triathlon eine Woche zuvor gab nur ansatzweise Aufschluss darüber, was möglich sein könnte. Wenn ich die Zeit finde, folgt noch ein kurzer Bericht dazu.

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Fourth Woman out of Water

Mit dem Startschuss ging es vom Strand aus in die seichten Wellen des Dreiwerbener Sees. An der ersten Boje gab es noch etwas Gerangel, anschließend konnte ich nahezu frei schwimmen. Nach den ersten 750 Metern folgte der Landgang und die zweite Dreiecks-Runde. Ich legte nahezu die identische Zeit wie 2016 hin – letztes Jahr wurde allerdings ohne Neo geschwommen. Ich hatte jedoch auch 1.700 Meter auf der Uhr. Keine Ahnung, ob’s tatsächlich länger war. Da ich in diesem Jahr eigentlich nie so richtig zu meiner Schwimmform aus dem 2016er Frühjahr gefunden habe, könnte es durchaus sein, dass ich langsamer als letztes Jahr war, da mir einfach etwas Speed fehlt.

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Überhol“manöver“ kurz vor der Wende.

An Position 4 liegend ging’s den langen Weg in die Wechselzone und dann auf’s Rad. Von Beginn überkam mich ein eher zähes Gefühl. Ich hatte den Eindruck, dass heute überhaupt gar nichts geht. Nichtsdestotrotz war es das zweite Saisonhighlight und ich versuchte einfach alles in die Pedale zu treten, was die Beine eben so hergaben.  Gegen Ende von Runde 3 überholte mich die bis dato fünfte Frau, zu meinem Ärgernis in einer größeren Radgruppe fahrend. Die Dame war keine Unbekannte und ich konnte ihre Laufleistung relativ genau einschätzen, da ich wusste wie schnell sie beim Leipziger Triathlon lief.

Überraschenderweise erzielte ich sogar den besten Bike-Split der Saison: 34,2 km/h. Damit hatte ich die viertbeste Radzeit des Tages und war 0,2 km/h schneller als 2016.

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Stau klurz nach der Wende.

Huch – plötzlich auf Platz 3!

Der neue Laufkurs (eine Wendepunktrunde, anstelle von zwei Wendepunktrunden) kam mir sehr entgegen. Die erste Hälfte kannte ich ja bereits aus dem Vorjahr und ich hatte mir in den Kopf gesetzt, spätestens bei der Wende wieder auf dem vierten Platz zu liegen. Wo sich der Rest der Damenkonkurrenz (nach vorn betrachtet) befand, wusste ich übrigens nicht.

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Ich staunte nicht schlecht, als nach den ersten beiden Kilometer-Zwischenzeiten (4:20/4:18) auch die weiteren Kilometer weiterhin schnell blieben (4:20/4:17) und ich schnurstracks einige Männer einsammelte. Da ließ auch Platz 4 nicht lange auf sich warten und ich konnte sogar vor der Wende noch auf Rang 3 vorlaufen!!! Beflügelt, aber mit dem Hintergedanken, es könne ja noch eine andere Rakete von hinten angeschossen kommen, versuchte ich, die Pace weiter hoch zu halten. Das gelang: 4:25, 4:27, 4:26 min/km lauteten die nächsten Zwischenzeiten. Dann wurde es richtig hart und der restliche Weg zog sich wie ein Kaugummi. Aber was sind schon zwei, drei Kilometerchen. Mit 4:32, 4:31 und dem letzten Kilometer in 4:28 kann man jedoch nicht wirklich von einem Einbruch sprechen.

Und wenn dich der Lieblingsmensch keinen Kilometer vor dem Ziel auch noch mit einem „Das ist ja der Hammer“ begrüßt, weil er noch gar nicht mit dir gerechnet hat …

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Running with smashed legs.

Unglaublich glücklich überquerte ich die Ziellinie. Was für ein Rennen! Woran ich vorher nicht geglaubt hatte, wurde Realität: Ich konnte meinen dritten Platz aus dem Vorjahr verteidigen – mit nur 33 Sekunden Rückstand auf Platz 2 und 57 Sekunden auf Rang 1!

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34. Leipziger Triathlon

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Leipzig sollte das erste große Highlight in dieser Triathlonsaison werden. Zum dritten Mal nach 2013 und 2016 ging es über 1.550 Meter in den Kulkwitzer See, gefolgt von 42 Rad- und 9,4 Laufkilometern. Ich durfte erneut in der ersten Welle starten und ergatterte einen der allerletzten Startplätze, denn der Leipziger Triathlon ist dieses Mal noch zeitiger ausverkauft gewesen.

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11.00 Uhr knallte die Kanone und überwacht von einer Drohne ging es auf den Kurs mit drei Orientierungsbojen. Mit der Orientierung hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten: Obwohl ich beim Swim & Run zwei Wochen vorher ohne jegliche Probleme meine neue Schwimmbrille im ersten Wettkampf erprobte, verbreitete sich nun bereits beim Einschwimmen große Panik: Die linke Kammer der Brille lief komplett mit Wasser voll. Nach einer kurzen Justierung schien es dann behoben zu sein, doch noch ehe ich die erste Boje erreicht hatte, wurde es erneut feucht am linken Auge und nach wenigen Minuten war die Kammer vollgelaufen. Meine größte Angst: Dass die linke Schwimmbrillenseite „abploppt“ und damit auch die rechte Seite, auf der ich tadellos sehen konnte, mit ins „Verderben“ reißt.

Das Worst-Case-Szenario trat glücklicherweise nicht ein und ich konnte einäugig den Schwimmpart beenden. Das linke Auge musste ich natürlich ständig geschlossen halten, denn mein zweites Horrorszenario war, dass sich womöglich meine Kontaktlinse verabschiedet. Damit wäre das Rennen definitiv aus.

Mit etwas langsamerer Zeit als im Vorjahr und erleichtert über den glimpflichen Ausgang dieser Situation erreichte ich nach 25:47 Minuten das Ufer mit dem siebtbesten Schwimmsplit. Während ich mich kurz für das Radfahren präparierte, kämpfte Leila Künzel direkt neben mir mit ihrem Rad, das kurz vorher wohl einen Reifenplatzer hatte und provisorisch mit einem anderen Laufrad versorgt worden war. Kurz nachdem sie die Wechselzone verließ, kehrte sie bereits zurück.

Ich hingegen startete auf die vier Runden über insgesamt 42 Kilometer, die in diesem Jahr in entgegengesetzter Richtung zu fahren waren – ich persönlich fand es andersherum besser. Erstaunlicherweise zeigte sich der Kurs diesmal sehr leer und es bildeten sich überhaupt keine Grüppchen. Wie mir mein Mann später berichtete, trog der Schein. Ihm fiel auch auf, dass ich allein auf weiter Flur unterwegs war, während es vor und hinter mir wohl die üblichen Pelotonfahrten gab. Leider ereignete sich auch ein schlimmer Radunfall – hoffentlich geht es dem Verunglückten (wieder) gut!

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Der Wind blies im Übrigen eine steife Brise und verdarb ein wenig den Spaß an diesem flachen Rundkurs auf recht gutem Untergrund und mit wenigen engen Kurven. Ich gehe inzwischen aber nun davon aus, dass der ein oder andere Fahrer vor mir und um mich herum in 2013 und 2016 doch einen Windschatteneffekt gehabt haben muss. Diesmal kann ich mir zumindest sicher sein, dass die 34 km/h volle Eigenleistung waren. Damit liege ich auf Rang 20 der Radsplits – wie gesagt, die Aussagekraft der Radsplits ist schwierig zu beurteilen. Bei starkem Wind kann ich damit sehr gut leben. Die Böen am Nachmittag müssen aber wohl noch um einiges heftiger gewesen sein.

 

Der nicht ganz leichte Laufkurs über zwei Runden lief aufgrund der Wetterbedingungen sehr gut – überhaupt blieb ein „Hitzerennen“ komplett aus, auch wenn es warm war. Ein sehr aufmerksamer Mitstreiter half mir sogar aus, als ich beim Getränkestand kein Wasser greifen konnte. Ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle! Der Getränkestand am Anfang jeder Runde ist generell extrem überfüllt und außerdem auch schwierig zu erreichen, wenn niemand einen Becher reicht. Richtig toll war wieder einer der Anwohner, die auf Handzeichen eine komplette Körperdusche liefern! Klasse!

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Gegen Ende der ersten Runde holte mich dann auch die Führende Yvonne van Vlerken ein, besser gesagt: Sie überrundete mich. Überhaupt war das Feld durch die Deutsche Meisterschaft der Ärzte und Apotheker extrem gut besetzt.

 

Mit meinem bisher besten Laufsplit und 4:33er Pace erzielte ich die achtbeste Zeit im Feld und ordnete mich insgesamt auf Rang 12 ein. Leila Künzel hatte übrigens doch noch zu einem intakten Hinterrad gefunden und mich irgendwann auf dem Radkurs gecatcht – leider war die Laufstrecke zu kurz, um noch einmal für einen Platzwechsel zu sorgen.

Trotzdem bin ich sehr zufrieden und vor allem froh, dass das Wetter so gut war. Nach dem abgesagten Schwimmen+Radfahren bei der Olympischen Distanz des NeuseenMan schwingt die Angst bei vorhergesagten Böen doch immer mit, ob es überhaupt einen Triathlon geben wird.

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12. Swim and Run Leipzig

Schöne Location, gute Organisation, anspruchsvolles Rennformat: Der Swim and Run hat sich auch bei meiner zweiten Teilnahme als lohnenswerter Wettkampf erwiesen. Nachdem ich 2013 zum allerersten Mal hier startete, hatte ich bereits vergessen, wie anstrengend es ist, direkt nach dem Schwimmen zum Laufen überzugehen.

Mit einer 70-minütigen Radeinheit inklusive 20 Minuten Zeitfahren am Vormittag streute ich noch eine Vorbelastung ein und startete dann knapp sechs Stunden später beim Swim and Run. Laut Ausschreibung sind es 1.200 Meter Schwimmen und 8 Kilomter Laufen – ich wusste allerdings schon von meinem 1. Start, dass bedeutend mehr zu schwimmen, dafür aber eher weniger zu laufen ist.

17.00 Uhr fiel der Startschuss – die über uns schwebende Drohne hatte alles im Blick, die Sonne schien in voller Pracht, ab und zu schob sich eine Wolke davor, doch das tat der fast schon traumhaften Kulisse keinen Abbruch. 27 Grad hatte das Autothermometer angezeigt – warm also, aber noch nicht unerträglich.

Ich muss zugeben: Nie musste ich beim Schwimmen bisher so viel Prügel einstecken. Solange es nur meinen Hinterkopf trifft und ich nicht direkt eins ins Gesicht und auf die Brille kriege, mag das jedoch noch zu verschmerzen sein.

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Der Wind blies eine leichte Brise, sodass das Wasser zumindest nicht aalglatt den Weg zum Landgang auf der anderen Ufereite des Kulkwitzer Sees ebnete. Wieder zahlte es sich aus, „Wasserballkraul“ einigermaßen sicher zu beherrschen. Über eine Treppe entstiegen wir dem Wasser, warfen unseren Kontrollchip in den Eimer („Damit wir auch wissen, ob ihr alle drüben ward“) und machten uns auf den Rückweg.

Nun schwamm es sich deutlich entspannter, denn für die „Light“-Starter ging’s hier bereits zum Wechsel und zum anschließenden Lauf. Hatte ich vor 4 Jahre noch 23:48 Mintuen für den Schwimmpart benötigt, stoppte die Uhr diesmal bereits nach 21:59 Minuten. Laut V800 waren es inkl. Landgang 1.371 Meter. Plus minus passt das. Oder sagen wir es mal so: Es war keine der schlechtesten V800-Freiwasser-Messungen. Auf Socken wollte ich nach dem offenen Hacken nach dem Swim and Run Weimar letztes Jahr nicht verzichten, doch der Wechsel lief mit 1:33 Minuten erstaunlich flüssig.

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Im Gegensatz zum Triathlon ist der Puls beim Laufen von Anfang an bei gefühlten 1000 Prozent. Aber Zeit zum Ausruhen war keine – der Kulkwitzer See wollte vom pumpenden Maikäfer umlaufen werden. Hin und wieder überholte mich der ein oder andere langsamere Schwimmer, aber voll war es auf der Strecke nicht. Der Veranstalter verspricht trotzdem nicht zu viel: Der Kurs ist tatsächlich abwechslungsreich, was das Leiden auch ein wenig kurzweiliger gestaltete. Die kleinen Wellen durch den mittleren Waldabschnitt hatte ich übrigens auch schon wieder vergessen. Nach 33:20 Minuten hatte es dann ein Ende und es ging die letzten paar Meter bergab über die Wiese zum Finish am Kulki. Auch hier war ich deutlich schneller als 2013, als ich 34:42 Minuten brauchte.

Meine Zeit von 56:53 Minuten reichte zwar nur für die Holzmedaille, aber das macht gar nichts, denn die Raketen auf Platz 1-3 lieferten echt Hammerzeiten ab und ich bin zufrieden mit meiner Leistung!

Saisoneinstand beim Jenaer Duathlon

Meine Saisonvorbereitung startete dieses Jahr ungewohnt spät. Zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Erkältungen hatten mich heftig aus dem Training geworfen, oder besser gesagt: Komplett daran gehindert, überhaupt ins strukturierte Training einzusteigen. Der Januar verschrieb sich dann dank knappem Zeitbudget allein der Bewegungserhaltung und ließ sich lediglich als Fitness-Monat verbuchen, in dem ich aber zumindest sicherstellte, dreimal wöchentlich zu schwimmen.

Ab Mitte Februar wurden die wöchentlich fünf bis sieben Stunden schrittweise auf ein gewohntes Maß gesteigert. Ende der Grundlagenphase 2 durfte es auch endlich mal wieder einen kleinen Formtest geben, der mit 44:51 Minuten auf der nicht ganz einfachen 10-Kilometer-Strecke des  Leipzig Marathon sogar ganz passabel ausfiel. Eine vernünftige Grundlagenphase 3 sollte mit einem schnellen Zehner am Ende der dritten Belastungswoche abschließen. Ebenjenen absolvierte ich dann im Rahmen des Oberelbemarathons: Mit Rückenwind und trotz großer Müdigkeit am Ende dieses schweren Trainingsblocks gelang mir eine unerwartet gute Zeit von 43:43 Minuten. Der Wettkampfhunger für den Jenaer Duathlon eine Woche später war geweckt – zumal ich eine ganze Woche zur Regeneration hatte.

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Szenen einer Ehe: Nach dem Oberelbemarathon im Stadion chillen.

Endlich der erste richtige Formtest. Der Jenaer Duathlon markiert traditionell den Auftakt der Saison.

Erstmals nach den Starts über die kurze Strecke in den Jahren 2013 und 2015, bei denen ich jeweils auf Platz 3 und 1 landen konnte, sollte die Form über die längere Distanz dem Prüfstand unterzogen werden: 10 Kilometer laufen, 40 Kilometer Rad, 5 Kilometer laufen.

Bereits das Einlaufen offenbarte – bzw. rief in Erinnerung –, dass der Untergrund durch den Paradiespark mit seinem Schotter nicht unbedingt der einfachste ist. Aber zumindest die Stadionrunde, die zu jeder der vier ersten Runden gehörte, erlaubte jeweils eine kleine Tempoverschärfung. Traditionell wurde in einer Pace mit Weltrekord-Ambitionen gestartet (vermutlich inspiriert vom #breaking2-Projekt). Gefühlt als vorletzte verließ ich das Stadion. Die Splits der ersten Runde machten mir gleich deutlich, dass die angepeilten 45 Minuten über die 10 Kilometer kein Selbstläufer werden würden. Bei einem „normalen“ 10er übermannt mich für gewohnt bei 5 oder 6 Kilometern ein kleines Tief, mental war ich aber gut drauf und hatte keinerlei Probleme damit, mich für das noch Kommende zu motivieren.

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Kurz vor T1 signalisierte die Uhr den zehnten Kilometer und mit gut 4:29er Durchschnittspace auf dem Tacho erreichte ich mein Rad. Die 40 Kilometer erstreckten sich über sechs Runden und umfassten zwölf 180-Grad-Wenden. Das tat in den Beinen schon ordentlich weh. Der Wind wehte dann doch etwas stärker als erwartet, mit recht gleichmäßigem Tempo spulte ich die Runden aber doch ohne Einbruch ab, sodass die schlussendlichen 33,5 km/h völlig in Ordnung gehen. Die Beine sind ja schließlich vorher „nicht nur“ geschwommen. Ohnehin durfte man sich über das Wetter keineswegs beschweren, denn das Quecksilber bewegte sich im zweistelligen Bereich. Ein Platzwechsel erfolgte im Gegensatz zum Laufen, wo ich drei Damen einsammelte, nur einmal, als sich auf Runde 5 die Drittplatzierte auf Rang zwei vorschob.

Das Laufen im Anschluss gestaltete sich natürlich etwas holprig. Angesichts der Tatsache, dass mein triathlonspezifisches Training erst in der Folgewoche beginnen sollte, aka: ich mit Ausnahme des Mini-Aktivierungskoppelns am Vortag noch keine Koppeltrainings gemacht hatte, stieg ich in die letzten zwei Runden durch den Paradiespark und das Sportgelände doch recht gut ein. Die 4:44 min/km reichten sogar aus, um mich wieder auf den zweiten Platz zu buxieren. Das hat schon verdammt viel Spaß gemacht, selbst wenn mich vorwiegend der Kopf über die die finalen fünf Kilometer trug.

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Nun soll am kommenden Wochenende der Powertriathlon Gera folgen. Allerdings mache ich mir keinerlei Illusionen an die Leistung aus dem Vorjahr anknüpfen zu können. Da fehlt einfach noch das Aufbautraining. Außerdem werde ich den Powertriathlon lediglich als hartes Training nutzen und nicht komplett erholt am Beckenrand starten. Das Heimrennen, bei dem ich 2013 meine erste Olympische Distanz bestritt, möchte ich dennoch nicht missen.

Fotos vom Duathlon (c) Kerstin Genderjahn

100 x 100 Meter

In einem Triathlonmagazin und auf Twitter hatte ich im letzten und vorletzten Jahr von einer Schwimmeinheit gelesen, bei der 100-mal 100 Meter geschwommen werden. Dazwischen liegen jeweils kurze Pausen. Der Start des nächsten Hunderters wird durch eine festgelegte Abschlagszeit vorgegeben.

Nach dem letzten Wettkampf der Saison beschloss ich, diese Challenge selbst in Angriff zu nehmen. Ich wählte einen Sonntagvormittag, programmierte mir die Uhr so, dass sie 100-mal alle 2:00 Minuten ein Startsignal vertönen lässt und präparierte ein Elektrolytgetränk.

3:20 Stunden Hallenbad-Vergnügen standen bevor.

LaFlitzer hatte sich bereit erklärt, solange mitzuschwimmen, wie er kann. Seit Juli hatte er nur sporadisch trainiert. 9:26 Uhr ging es dann also los und ich war gespannt, was auf mich zukommen und ich mich fühlen würde.

Am Anfang verging  die Zeit langsam. Sehr langsam. Bis dann endlich die erste Stunde geschafft war. Um die 16-17 Sekunden Erholungszeit hatte ich zwischen den einzelnen 100ern.

Nach 4.000 Metern hatte ich einen kleinen Flow und regelmäßig 18 und 19 Sekunden Pause. LaFlitzer hingegen wurde langsamer. Die Zeiten zwischen den Abschnitten wurden immer kürzer. Sein 5-Sekunden-Count-Down begann schließlich zu piepen als er gerade mal das letzte „Intervall“ beendet hatte. Ein Raunen entwich ihm in jenem Moment, als das zum ersten Mal passierte.

Während ich Pause hatte und um sein Puffer bangte, das ihm blieb, um die Abschlagszeit zu schaffen, schmolz es schließlich auf „keine Pause“ zusammen. Dies geschah kurz bevor die 5.000 Meter und damit die Hälte errreicht waren.

Nach 50 von 100 Runden stieg LaFlitzer aus.

Nun war ich auf mich gestellt. Hatte die Bahn für mich allein. Nach jedem 1000er trank ich einen Schluck Iso. Die Zeiten blieben konstant.

Damit mir nicht schwindelig wurde, blieb ich beim Dreierzug. Das kam mir gleichmäßiger vor.

Ich befürchtete außerdem, dass durch den ständigen Wechsel zwischen waagerechter Wasserlage und senkrechter Pausenlage irgendwann ein Schwindel eintreten würde. Zum Glück passierte das nicht.

Vielmehr befüchtete ich im Vorhinein, die Brille könnte irgendwann so extrem drücken, dass ich es nicht mehr aushalte. Deshalb zog ich manchmal in der Pause an den Gummis. Aber nur so, dass der Druck auf die Augen minimiert wird und die Brille auf keinen Fall abgeht.

60/100 Runden hört sich gut an. Da hat man schon was geschafft. Da sind aber erst zwei von drei Stunden und zwanzig Minuten verstrichen. Oh mein Gott. Ich wollte aufhören. Hey, du bist doch schon zwei Stunden geschwommen. Du hast noch nie länger als 90 Minuten im Wasser trainiert!

Ich hörte nicht auf.

Von Runde 65 bis 80 war es am schlimmsten. Ich hatte schon so viel geschafft, dass ich stolz war, hatte aber auch noch sooo viel vor mir. Zwei Kilometer sind nicht weit. Nach acht Kilometern sind 40 Minuten aber sehr lang.

Wo blieb eigentlich der Muskelschmerz? Das schwere Gefühl in den Armen? Irgendwie kam es nicht. Ja, es war gefühlt mehr Druck notwendig, um die Zeiten konstant zu halten, aber niemals standen weniger als 14 Sekunden für die Pause auf der Uhr. Spätestens die letzten ein, zwei Kilometer hätte ich erwartet, dass ich diese Geschwindigkeit nicht mehr durchhalte.

Als schließlich 90 von 100 Runden absolviert waren, war ich verwundert, wie schnell doch drei Stunden rum sein können. Es kam mir nicht vor wie drei Stunden, obwohl es sich zwischendurch wie ein Hubba Bubba zog.

1000 Meter noch. – Was sind schon tausend Meter? – ZEHN PROZENT!

Und dann wurde es einstellig. Noch 7, noch 6. Zwischendurch vergaß ich mal auf die Uhr zu schauen. Vergaß sogar, wie viele Hunderter es jetzt noch genau waren. Ich dachte nur: „Gleich geschafft.“

Und dann kam der letzte Hunderter.

Und dann stieg ich aus dem Wasser wie nach einem Training mit 400er Intervallen, die Finger waren schrumplig geworden und dann ging ich duschen.

Ich weiß nicht, ob ich das jemals wieder machen werde. Jedoch ist diese Challenge eine interessante Erfahrung gewesen.Das schwierigste für mich war es, vor lauter Ungeduld mittendrin nicht aufzugeben. Besonders als ich dann alleine war. Und natürlich das Drücken der Brille. Das nervte. Aber das konnte ich mit dem kleinen „Trick“ erträglich machen.

 

 

Saisonhighlight: Platz 3 beim Knappenman M

Zum Abschluss der Saison hatte ich mich für den Knappenman entschieden und startete über die Olympische Distanz.

Für die einen war es das perfekte Triathlonwetter. Ich nenne es gern „Wetter, bei dem ich am liebsten das Haus nicht verlasse.“ Bereits auf der Hinfahrt leuchteten die 30°C auf dem Amaturenbrett.

Die Erwartungen

Beim Schwimmen hoffte ich auf ein akzeptables Ergebnis. Nach dem Leipziger Triathlon Ende Juli, bei dem die erste Disziplin überraschend gut über die Bühne über’s Wasser ging, besserte sich die Schwimmform zumindest etwas und ich hoffte auf einen passablen Saisonabschluss. Da die V800 eine Woche zuvor beim Pöhler Triathlon mal wieder gänzlich versagt hatte, lieferte mir meine Leistung dort nicht wirklich einen guten Anhaltspunkt. Auf dem Rad wollte ich ebenfalls solide abliefern – die Beine waren sogar besser als die Woche zuvor und ich versprach mir – angesichts der staubtrockenen Bedigungen – eine kleine Ernte für die Arbeit der letzten Aufbauphase. Für das Laufen gab es nur ein Ziel: Überleben.

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Der Start erfolgte 14.30 Uhr, genau eine Stunde vorher durften die Räder eingecheckt werden. Als kleine Belohnung für die bisherige Saison und weil ich nun schon seit knapp 1,5 Jahren danach suchte und endlich einen gefunden hatte, legte ich mir einen neuen Trisuit zu. Heute kam er erstmals zum Einsatz und durfte seine Gleiteigenschaften unter Beweis stellen. Mit 25 Grad Celsius durfte die Neopren-Hülle nämlich glücklicherweise zu Hause bleiben – Ja, ich gebe zu, „zur Sicherheit“ war sie im Auto doch mitgereist.

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Kurz nach dem Start.

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Nach dem ersten Landgang auf Runde 2.

Den Landstart überlebte ich recht glimpflich. Zumindest wenn ich davon absehe, dass ein hektischer Mitstreiter an Boje 1 plötzlich ins Brustschwimmen verfiel. Von da an wurde es zusehends „sortierter“ und ich konnte meinen Stiefel bis zum Landgang  durchschwimmen. Alter, wie anstrengend ist es bitte, nach dem Landgang weiterzuschwimmen?

Das Wassergefühl war großartig und nach 25:17 Minuten erreichte ich mehr als zufrieden als zweitschnellste Frau das Ufer des Dreiwerbener Sees. Obwohl ich eine gute Schwimmerin bin, war das Training der vergangenen Wochen doch holprig und mitunter auch enttäuschend, frustrierend und eine wirkliche Schinderei, obwohl es mir so oft gar nicht schwerfällt, ins Schwimmbad zu fahren. Daher war dieses Ergebnis eine wahre Versöhnung mit der ersten Disziplin.

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Ab auf’s Rad!

Die Beine brennen, die Sonne auch

Die flache Radstrecke bestand aus vier Runden mit je zwei Wendepunkten und einer Kurve – war technisch also nicht schwierig. Dass es kein profilierter Kurs sein würde, hatte ich mir aus der Rennvorbereitung (aka kurz mal auf die Homepage gucken) gemerkt, aber dass ich nahezu ununterbrochen „durchdrücken“ kann, überraschte mich dann doch positiv.

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Gleich geht’s auf die Radstrecke!

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Ein bisschen Schatten gab’s auch.

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Jeweils kurz vor und nach dem zweiten Wendepunkt konnten wir uns von der Sonne erholen.

Auch der Wind blies nicht zu extrem und machte ein einigermaßen gleichmäßiges Fahren möglich. Wie zu erwarten, wurde ich auf dem Rad überholt und konnte meinen zweiten Platz nicht halten. Als schließlich die Zweitplatzierte vom Koberbachtal-Triathlon an mir vorbeizog, allerdings nicht wegkam und ich wiederum überholen musste, „ermahnte“ sie mich, ich müsse dann aber auch Gas geben. „Du bist doch selber nicht weggekommen“, entgegnete ich und war mir keiner Schuld bewusst. Im zweiten Anlauf gelang es ihr schließlich, davonzufahren.

Die Hitze machte mir bis hierher nicht allzu sehr zu schaffen, wie heiß es allerdings inzwischen sein musste, merkte ich an den Armen. Als die Sonne das Seewasser verdunsten ließ, trocknete meine Haut nahezu aus und begann zu spannen. Insgesamt knapp 1,5 Liter Flüssigkeit, davon 700 ml Iso, transportierte ich. Ein guter Liter verschwand in meinem Magen, ein bisschen nutzte ich zum Kühlen des Körpers.

Mit einer Durchschnitsspace von 34,1 km/h wechselte ich schließlich in die Laufschuhe.

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T2.

Kontrolliert Überleben

Ich konzentrierte mich ganz bewusst darauf, ruhig anzulaufen. Gut, 4.17 min/km sind nicht ruhig. Ab Kilometer 2 klappte das Vorhaben dann aber schon besser.

Der Laufkurs bestand aus einer Wendepunktstrecke, die zweimal zu durchlaufen war. Es ist natürlich die Hölle, wenn du nach 5 Kilometern kurz vor dem Ziel nochmals wenden und erneut „ganz da hinten hin“ laufen musst. Vier Verpflegungspunkte waren mir ehrlich gesagt auch ein bisschen zu wenig. Zumal sich drei Feuerwehrleute im Schatten ausruhten, während uns niemand Schwämme reichte. Ich selbst scheiterte nämlich daran, mir einen mit Wasser vollgezogenen Schwamm zu greifen. Er war derart groß, dass er einfach ein zu hohes Gewicht hatte und mir wieder entglitt.

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Am Anfang lief es noch locker.

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Doch dann wurde es zäh!

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GLÜCKLICH und im Ziel!

Als es zu Beginn der zweiten Runde nach und nach wieder einsamer wurde, merkte ich, wie die Kräfte und auch die Konzentration schwanden. Ich musste innerlich mit mir selbst reden, um „am Ball“ zu bleiben, pacetechnisch nicht wegzubrechen, aber dennoch nicht zu hart zu pushen, und meinen Körper noch stärker zu fordern. Bei dieser Hitze ist das Ganze echt grenzwertig. Doch Kilometer 5 und 6 waren genauso schnell wie Kilometer 9 und 10. Das verbuche ich angesichts der Bedingungen als Erfolg. Es gelang mir sogar – und das schon vor dem allerersten Wendepunkt – mich auf den dritten Platz vorzuschieben und diesen bis ins Ziel zu halten. Mit einem Schnitt von 4:40 min/km bin ich auch überhaupt nicht unglücklich.

Danke Knappenman!

Auf eine gute AK-Platzierung hatte ih zwar gehofft, mit Gesamtrang 3 konnte ich mich jedoch selbst überraschen!

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In besonderer Erinnerung werde ich den Abschied aus der Wechselzone behalten. „Schön, dass ihr mitgemacht habt“, sagte man uns – aufrichtig und herzlich. Das hat noch niemand zu mir gesagt und unterstreicht, mit wie viel Engagement und Leidenschaft der Knappenman organisiert wird.

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