12. Swim and Run Leipzig

Schöne Location, gute Organisation, anspruchsvolles Rennformat: Der Swim and Run hat sich auch bei meiner zweiten Teilnahme als lohnenswerter Wettkampf erwiesen. Nachdem ich 2013 zum allerersten Mal hier startete, hatte ich bereits vergessen, wie anstrengend es ist, direkt nach dem Schwimmen zum Laufen überzugehen.

Mit einer 70-minütigen Radeinheit inklusive 20 Minuten Zeitfahren am Vormittag streute ich noch eine Vorbelastung ein und startete dann knapp sechs Stunden später beim Swim and Run. Laut Ausschreibung sind es 1.200 Meter Schwimmen und 8 Kilomter Laufen – ich wusste allerdings schon von meinem 1. Start, dass bedeutend mehr zu schwimmen, dafür aber eher weniger zu laufen ist.

17.00 Uhr fiel der Startschuss – die über uns schwebende Drohne hatte alles im Blick, die Sonne schien in voller Pracht, ab und zu schob sich eine Wolke davor, doch das tat der fast schon traumhaften Kulisse keinen Abbruch. 27 Grad hatte das Autothermometer angezeigt – warm also, aber noch nicht unerträglich.

Ich muss zugeben: Nie musste ich beim Schwimmen bisher so viel Prügel einstecken. Solange es nur meinen Hinterkopf trifft und ich nicht direkt eins ins Gesicht und auf die Brille kriege, mag das jedoch noch zu verschmerzen sein.

SwimRun Leipzig 8

Der Wind blies eine leichte Brise, sodass das Wasser zumindest nicht aalglatt den Weg zum Landgang auf der anderen Ufereite des Kulkwitzer Sees ebnete. Wieder zahlte es sich aus, „Wasserballkraul“ einigermaßen sicher zu beherrschen. Über eine Treppe entstiegen wir dem Wasser, warfen unseren Kontrollchip in den Eimer („Damit wir auch wissen, ob ihr alle drüben ward“) und machten uns auf den Rückweg.

Nun schwamm es sich deutlich entspannter, denn für die „Light“-Starter ging’s hier bereits zum Wechsel und zum anschließenden Lauf. Hatte ich vor 4 Jahre noch 23:48 Mintuen für den Schwimmpart benötigt, stoppte die Uhr diesmal bereits nach 21:59 Minuten. Laut V800 waren es inkl. Landgang 1.371 Meter. Plus minus passt das. Oder sagen wir es mal so: Es war keine der schlechtesten V800-Freiwasser-Messungen. Auf Socken wollte ich nach dem offenen Hacken nach dem Swim and Run Weimar letztes Jahr nicht verzichten, doch der Wechsel lief mit 1:33 Minuten erstaunlich flüssig.

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Im Gegensatz zum Triathlon ist der Puls beim Laufen von Anfang an bei gefühlten 1000 Prozent. Aber Zeit zum Ausruhen war keine – der Kulkwitzer See wollte vom pumpenden Maikäfer umlaufen werden. Hin und wieder überholte mich der ein oder andere langsamere Schwimmer, aber voll war es auf der Strecke nicht. Der Veranstalter verspricht trotzdem nicht zu viel: Der Kurs ist tatsächlich abwechslungsreich, was das Leiden auch ein wenig kurzweiliger gestaltete. Die kleinen Wellen durch den mittleren Waldabschnitt hatte ich übrigens auch schon wieder vergessen. Nach 33:20 Minuten hatte es dann ein Ende und es ging die letzten paar Meter bergab über die Wiese zum Finish am Kulki. Auch hier war ich deutlich schneller als 2013, als ich 34:42 Minuten brauchte.

Meine Zeit von 56:53 Minuten reichte zwar nur für die Holzmedaille, aber das macht gar nichts, denn die Raketen auf Platz 1-3 lieferten echt Hammerzeiten ab und ich bin zufrieden mit meiner Leistung!

Saisoneinstand beim Jenaer Duathlon

Meine Saisonvorbereitung startete dieses Jahr ungewohnt spät. Zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Erkältungen hatten mich heftig aus dem Training geworfen, oder besser gesagt: Komplett daran gehindert, überhaupt ins strukturierte Training einzusteigen. Der Januar verschrieb sich dann dank knappem Zeitbudget allein der Bewegungserhaltung und ließ sich lediglich als Fitness-Monat verbuchen, in dem ich aber zumindest sicherstellte, dreimal wöchentlich zu schwimmen.

Ab Mitte Februar wurden die wöchentlich fünf bis sieben Stunden schrittweise auf ein gewohntes Maß gesteigert. Ende der Grundlagenphase 2 durfte es auch endlich mal wieder einen kleinen Formtest geben, der mit 44:51 Minuten auf der nicht ganz einfachen 10-Kilometer-Strecke des  Leipzig Marathon sogar ganz passabel ausfiel. Eine vernünftige Grundlagenphase 3 sollte mit einem schnellen Zehner am Ende der dritten Belastungswoche abschließen. Ebenjenen absolvierte ich dann im Rahmen des Oberelbemarathons: Mit Rückenwind und trotz großer Müdigkeit am Ende dieses schweren Trainingsblocks gelang mir eine unerwartet gute Zeit von 43:43 Minuten. Der Wettkampfhunger für den Jenaer Duathlon eine Woche später war geweckt – zumal ich eine ganze Woche zur Regeneration hatte.

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Szenen einer Ehe: Nach dem Oberelbemarathon im Stadion chillen.

Endlich der erste richtige Formtest. Der Jenaer Duathlon markiert traditionell den Auftakt der Saison.

Erstmals nach den Starts über die kurze Strecke in den Jahren 2013 und 2015, bei denen ich jeweils auf Platz 3 und 1 landen konnte, sollte die Form über die längere Distanz dem Prüfstand unterzogen werden: 10 Kilometer laufen, 40 Kilometer Rad, 5 Kilometer laufen.

Bereits das Einlaufen offenbarte – bzw. rief in Erinnerung –, dass der Untergrund durch den Paradiespark mit seinem Schotter nicht unbedingt der einfachste ist. Aber zumindest die Stadionrunde, die zu jeder der vier ersten Runden gehörte, erlaubte jeweils eine kleine Tempoverschärfung. Traditionell wurde in einer Pace mit Weltrekord-Ambitionen gestartet (vermutlich inspiriert vom #breaking2-Projekt). Gefühlt als vorletzte verließ ich das Stadion. Die Splits der ersten Runde machten mir gleich deutlich, dass die angepeilten 45 Minuten über die 10 Kilometer kein Selbstläufer werden würden. Bei einem „normalen“ 10er übermannt mich für gewohnt bei 5 oder 6 Kilometern ein kleines Tief, mental war ich aber gut drauf und hatte keinerlei Probleme damit, mich für das noch Kommende zu motivieren.

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Kurz vor T1 signalisierte die Uhr den zehnten Kilometer und mit gut 4:29er Durchschnittspace auf dem Tacho erreichte ich mein Rad. Die 40 Kilometer erstreckten sich über sechs Runden und umfassten zwölf 180-Grad-Wenden. Das tat in den Beinen schon ordentlich weh. Der Wind wehte dann doch etwas stärker als erwartet, mit recht gleichmäßigem Tempo spulte ich die Runden aber doch ohne Einbruch ab, sodass die schlussendlichen 33,5 km/h völlig in Ordnung gehen. Die Beine sind ja schließlich vorher „nicht nur“ geschwommen. Ohnehin durfte man sich über das Wetter keineswegs beschweren, denn das Quecksilber bewegte sich im zweistelligen Bereich. Ein Platzwechsel erfolgte im Gegensatz zum Laufen, wo ich drei Damen einsammelte, nur einmal, als sich auf Runde 5 die Drittplatzierte auf Rang zwei vorschob.

Das Laufen im Anschluss gestaltete sich natürlich etwas holprig. Angesichts der Tatsache, dass mein triathlonspezifisches Training erst in der Folgewoche beginnen sollte, aka: ich mit Ausnahme des Mini-Aktivierungskoppelns am Vortag noch keine Koppeltrainings gemacht hatte, stieg ich in die letzten zwei Runden durch den Paradiespark und das Sportgelände doch recht gut ein. Die 4:44 min/km reichten sogar aus, um mich wieder auf den zweiten Platz zu buxieren. Das hat schon verdammt viel Spaß gemacht, selbst wenn mich vorwiegend der Kopf über die die finalen fünf Kilometer trug.

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Nun soll am kommenden Wochenende der Powertriathlon Gera folgen. Allerdings mache ich mir keinerlei Illusionen an die Leistung aus dem Vorjahr anknüpfen zu können. Da fehlt einfach noch das Aufbautraining. Außerdem werde ich den Powertriathlon lediglich als hartes Training nutzen und nicht komplett erholt am Beckenrand starten. Das Heimrennen, bei dem ich 2013 meine erste Olympische Distanz bestritt, möchte ich dennoch nicht missen.

Fotos vom Duathlon (c) Kerstin Genderjahn

100 x 100 Meter

In einem Triathlonmagazin und auf Twitter hatte ich im letzten und vorletzten Jahr von einer Schwimmeinheit gelesen, bei der 100-mal 100 Meter geschwommen werden. Dazwischen liegen jeweils kurze Pausen. Der Start des nächsten Hunderters wird durch eine festgelegte Abschlagszeit vorgegeben.

Nach dem letzten Wettkampf der Saison beschloss ich, diese Challenge selbst in Angriff zu nehmen. Ich wählte einen Sonntagvormittag, programmierte mir die Uhr so, dass sie 100-mal alle 2:00 Minuten ein Startsignal vertönen lässt und präparierte ein Elektrolytgetränk.

3:20 Stunden Hallenbad-Vergnügen standen bevor.

LaFlitzer hatte sich bereit erklärt, solange mitzuschwimmen, wie er kann. Seit Juli hatte er nur sporadisch trainiert. 9:26 Uhr ging es dann also los und ich war gespannt, was auf mich zukommen und ich mich fühlen würde.

Am Anfang verging  die Zeit langsam. Sehr langsam. Bis dann endlich die erste Stunde geschafft war. Um die 16-17 Sekunden Erholungszeit hatte ich zwischen den einzelnen 100ern.

Nach 4.000 Metern hatte ich einen kleinen Flow und regelmäßig 18 und 19 Sekunden Pause. LaFlitzer hingegen wurde langsamer. Die Zeiten zwischen den Abschnitten wurden immer kürzer. Sein 5-Sekunden-Count-Down begann schließlich zu piepen als er gerade mal das letzte „Intervall“ beendet hatte. Ein Raunen entwich ihm in jenem Moment, als das zum ersten Mal passierte.

Während ich Pause hatte und um sein Puffer bangte, das ihm blieb, um die Abschlagszeit zu schaffen, schmolz es schließlich auf „keine Pause“ zusammen. Dies geschah kurz bevor die 5.000 Meter und damit die Hälte errreicht waren.

Nach 50 von 100 Runden stieg LaFlitzer aus.

Nun war ich auf mich gestellt. Hatte die Bahn für mich allein. Nach jedem 1000er trank ich einen Schluck Iso. Die Zeiten blieben konstant.

Damit mir nicht schwindelig wurde, blieb ich beim Dreierzug. Das kam mir gleichmäßiger vor.

Ich befürchtete außerdem, dass durch den ständigen Wechsel zwischen waagerechter Wasserlage und senkrechter Pausenlage irgendwann ein Schwindel eintreten würde. Zum Glück passierte das nicht.

Vielmehr befüchtete ich im Vorhinein, die Brille könnte irgendwann so extrem drücken, dass ich es nicht mehr aushalte. Deshalb zog ich manchmal in der Pause an den Gummis. Aber nur so, dass der Druck auf die Augen minimiert wird und die Brille auf keinen Fall abgeht.

60/100 Runden hört sich gut an. Da hat man schon was geschafft. Da sind aber erst zwei von drei Stunden und zwanzig Minuten verstrichen. Oh mein Gott. Ich wollte aufhören. Hey, du bist doch schon zwei Stunden geschwommen. Du hast noch nie länger als 90 Minuten im Wasser trainiert!

Ich hörte nicht auf.

Von Runde 65 bis 80 war es am schlimmsten. Ich hatte schon so viel geschafft, dass ich stolz war, hatte aber auch noch sooo viel vor mir. Zwei Kilometer sind nicht weit. Nach acht Kilometern sind 40 Minuten aber sehr lang.

Wo blieb eigentlich der Muskelschmerz? Das schwere Gefühl in den Armen? Irgendwie kam es nicht. Ja, es war gefühlt mehr Druck notwendig, um die Zeiten konstant zu halten, aber niemals standen weniger als 14 Sekunden für die Pause auf der Uhr. Spätestens die letzten ein, zwei Kilometer hätte ich erwartet, dass ich diese Geschwindigkeit nicht mehr durchhalte.

Als schließlich 90 von 100 Runden absolviert waren, war ich verwundert, wie schnell doch drei Stunden rum sein können. Es kam mir nicht vor wie drei Stunden, obwohl es sich zwischendurch wie ein Hubba Bubba zog.

1000 Meter noch. – Was sind schon tausend Meter? – ZEHN PROZENT!

Und dann wurde es einstellig. Noch 7, noch 6. Zwischendurch vergaß ich mal auf die Uhr zu schauen. Vergaß sogar, wie viele Hunderter es jetzt noch genau waren. Ich dachte nur: „Gleich geschafft.“

Und dann kam der letzte Hunderter.

Und dann stieg ich aus dem Wasser wie nach einem Training mit 400er Intervallen, die Finger waren schrumplig geworden und dann ging ich duschen.

Ich weiß nicht, ob ich das jemals wieder machen werde. Jedoch ist diese Challenge eine interessante Erfahrung gewesen.Das schwierigste für mich war es, vor lauter Ungeduld mittendrin nicht aufzugeben. Besonders als ich dann alleine war. Und natürlich das Drücken der Brille. Das nervte. Aber das konnte ich mit dem kleinen „Trick“ erträglich machen.

 

 

Saisonhighlight: Platz 3 beim Knappenman M

Zum Abschluss der Saison hatte ich mich für den Knappenman entschieden und startete über die Olympische Distanz.

Für die einen war es das perfekte Triathlonwetter. Ich nenne es gern „Wetter, bei dem ich am liebsten das Haus nicht verlasse.“ Bereits auf der Hinfahrt leuchteten die 30°C auf dem Amaturenbrett.

Die Erwartungen

Beim Schwimmen hoffte ich auf ein akzeptables Ergebnis. Nach dem Leipziger Triathlon Ende Juli, bei dem die erste Disziplin überraschend gut über die Bühne über’s Wasser ging, besserte sich die Schwimmform zumindest etwas und ich hoffte auf einen passablen Saisonabschluss. Da die V800 eine Woche zuvor beim Pöhler Triathlon mal wieder gänzlich versagt hatte, lieferte mir meine Leistung dort nicht wirklich einen guten Anhaltspunkt. Auf dem Rad wollte ich ebenfalls solide abliefern – die Beine waren sogar besser als die Woche zuvor und ich versprach mir – angesichts der staubtrockenen Bedigungen – eine kleine Ernte für die Arbeit der letzten Aufbauphase. Für das Laufen gab es nur ein Ziel: Überleben.

Second woman out of water

Der Start erfolgte 14.30 Uhr, genau eine Stunde vorher durften die Räder eingecheckt werden. Als kleine Belohnung für die bisherige Saison und weil ich nun schon seit knapp 1,5 Jahren danach suchte und endlich einen gefunden hatte, legte ich mir einen neuen Trisuit zu. Heute kam er erstmals zum Einsatz und durfte seine Gleiteigenschaften unter Beweis stellen. Mit 25 Grad Celsius durfte die Neopren-Hülle nämlich glücklicherweise zu Hause bleiben – Ja, ich gebe zu, „zur Sicherheit“ war sie im Auto doch mitgereist.

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Kurz nach dem Start.

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Nach dem ersten Landgang auf Runde 2.

Den Landstart überlebte ich recht glimpflich. Zumindest wenn ich davon absehe, dass ein hektischer Mitstreiter an Boje 1 plötzlich ins Brustschwimmen verfiel. Von da an wurde es zusehends „sortierter“ und ich konnte meinen Stiefel bis zum Landgang  durchschwimmen. Alter, wie anstrengend ist es bitte, nach dem Landgang weiterzuschwimmen?

Das Wassergefühl war großartig und nach 25:17 Minuten erreichte ich mehr als zufrieden als zweitschnellste Frau das Ufer des Dreiwerbener Sees. Obwohl ich eine gute Schwimmerin bin, war das Training der vergangenen Wochen doch holprig und mitunter auch enttäuschend, frustrierend und eine wirkliche Schinderei, obwohl es mir so oft gar nicht schwerfällt, ins Schwimmbad zu fahren. Daher war dieses Ergebnis eine wahre Versöhnung mit der ersten Disziplin.

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Ab auf’s Rad!

Die Beine brennen, die Sonne auch

Die flache Radstrecke bestand aus vier Runden mit je zwei Wendepunkten und einer Kurve – war technisch also nicht schwierig. Dass es kein profilierter Kurs sein würde, hatte ich mir aus der Rennvorbereitung (aka kurz mal auf die Homepage gucken) gemerkt, aber dass ich nahezu ununterbrochen „durchdrücken“ kann, überraschte mich dann doch positiv.

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Gleich geht’s auf die Radstrecke!

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Ein bisschen Schatten gab’s auch.

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Jeweils kurz vor und nach dem zweiten Wendepunkt konnten wir uns von der Sonne erholen.

Auch der Wind blies nicht zu extrem und machte ein einigermaßen gleichmäßiges Fahren möglich. Wie zu erwarten, wurde ich auf dem Rad überholt und konnte meinen zweiten Platz nicht halten. Als schließlich die Zweitplatzierte vom Koberbachtal-Triathlon an mir vorbeizog, allerdings nicht wegkam und ich wiederum überholen musste, „ermahnte“ sie mich, ich müsse dann aber auch Gas geben. „Du bist doch selber nicht weggekommen“, entgegnete ich und war mir keiner Schuld bewusst. Im zweiten Anlauf gelang es ihr schließlich, davonzufahren.

Die Hitze machte mir bis hierher nicht allzu sehr zu schaffen, wie heiß es allerdings inzwischen sein musste, merkte ich an den Armen. Als die Sonne das Seewasser verdunsten ließ, trocknete meine Haut nahezu aus und begann zu spannen. Insgesamt knapp 1,5 Liter Flüssigkeit, davon 700 ml Iso, transportierte ich. Ein guter Liter verschwand in meinem Magen, ein bisschen nutzte ich zum Kühlen des Körpers.

Mit einer Durchschnitsspace von 34,1 km/h wechselte ich schließlich in die Laufschuhe.

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T2.

Kontrolliert Überleben

Ich konzentrierte mich ganz bewusst darauf, ruhig anzulaufen. Gut, 4.17 min/km sind nicht ruhig. Ab Kilometer 2 klappte das Vorhaben dann aber schon besser.

Der Laufkurs bestand aus einer Wendepunktstrecke, die zweimal zu durchlaufen war. Es ist natürlich die Hölle, wenn du nach 5 Kilometern kurz vor dem Ziel nochmals wenden und erneut „ganz da hinten hin“ laufen musst. Vier Verpflegungspunkte waren mir ehrlich gesagt auch ein bisschen zu wenig. Zumal sich drei Feuerwehrleute im Schatten ausruhten, während uns niemand Schwämme reichte. Ich selbst scheiterte nämlich daran, mir einen mit Wasser vollgezogenen Schwamm zu greifen. Er war derart groß, dass er einfach ein zu hohes Gewicht hatte und mir wieder entglitt.

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Am Anfang lief es noch locker.

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Doch dann wurde es zäh!

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GLÜCKLICH und im Ziel!

Als es zu Beginn der zweiten Runde nach und nach wieder einsamer wurde, merkte ich, wie die Kräfte und auch die Konzentration schwanden. Ich musste innerlich mit mir selbst reden, um „am Ball“ zu bleiben, pacetechnisch nicht wegzubrechen, aber dennoch nicht zu hart zu pushen, und meinen Körper noch stärker zu fordern. Bei dieser Hitze ist das Ganze echt grenzwertig. Doch Kilometer 5 und 6 waren genauso schnell wie Kilometer 9 und 10. Das verbuche ich angesichts der Bedingungen als Erfolg. Es gelang mir sogar – und das schon vor dem allerersten Wendepunkt – mich auf den dritten Platz vorzuschieben und diesen bis ins Ziel zu halten. Mit einem Schnitt von 4:40 min/km bin ich auch überhaupt nicht unglücklich.

Danke Knappenman!

Auf eine gute AK-Platzierung hatte ih zwar gehofft, mit Gesamtrang 3 konnte ich mich jedoch selbst überraschen!

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In besonderer Erinnerung werde ich den Abschied aus der Wechselzone behalten. „Schön, dass ihr mitgemacht habt“, sagte man uns – aufrichtig und herzlich. Das hat noch niemand zu mir gesagt und unterstreicht, mit wie viel Engagement und Leidenschaft der Knappenman organisiert wird.

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18. Pöhler Triathlon – erster Sprint 2016

Exakt vier Wochen nach dem Leipziger Triathlon stand die erste Sprintdistanz des Jahres auf dem Programm. Im Naherholungsgebiet der Pöhler Talsperre galt es 750 Meter zu schwimmen, 20 Kilometer Rad zu fahren und 5 Kilometer zu laufen.

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Wimmelbild. Wer findet mich?

First yellow Badekappe out of water

Vermutlich weil ich für keinen Verein startete, wurde ich prompt in die dritte (von drei) Startwellen einsortiert. Das Vorstart-Feeling war bereits zwei Stunden vor dem Rennbeginn als würde in wenigen Minuten alles losgehen. Selbst der Veranstalter schienen ganz nervös zu sein und begann 3 Minuten eher als angekündigt mit der Wettkampfeinweisung. Diese fand bereits 30 Minuten vor dem Start der ersten Welle statt – das ist doch mal eine sinnvolle Zeit. Wie oft wird 15 Minuten vor dem Startschuss die Besprechung durchgeführt, genau dann, wenn sich jeder warm schwimmen möchte!?

Das Wetter meinte es zur Abwechslung mal wieder recht gut und bescherte heißes Kaiserwetter. Mit knapp unter 22 Grad Celsius Wassertemperatur durfte dennoch mit Neopren-Pelle geschwommen werden, die nach dem Einlaufen natürlich wieder so gar nicht einfach anzuziehen war. Wenige Minuten bevor es losging, machte sich hinter uns plötzlich eine dunkle Wolkenfront am Horizont breit. Ohje.

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Vorstart-Konzentration.

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Einschwimmen.

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Spezielles Begleitboot.

14.00 Uhr wurden die ersten in das spiegelglatte Gewässer entlassen, 14.05 Uhr folgten die grünen, zum Schluss die gelben Badekappen. Mir war schon klar, dass Startwelle drei ziemlich sicher auf die anderen aufschwimmen würde. Es dauerte schließlich nicht lange und wir überholten die erste grüne Badekappe – noch vor der ersten Boje (< 300 Meter).

Ab Boje 1 schwamm ich dann auch an der Spitze des gelben Starterfeldes und hoffte trittfrei den Rest der Strecke absolvieren zu können. Als ich Boje 2 passierte, wurde es auffallend wellig. Schnell registrierte ich, dass auch Sprühregen eingesetzt hatte.

Während zwei weitere gelbe Badekappen für den abschließenden Schwimmabschnitt komplett rechts neben den grünen Teilnehmern blieben, zwischen die wir uns nun vollends mischten, nahm ich den direkten Weg durch das Feld. Auch wenn hier überwiegend „gebrustet“ wurde, blieb mir doch genügend Platz ohne Umwege. Im Nachhinein betrachtet ein echtes Wunder. Ohne beschlagene Schwimmbrille schwamm es sich übrigens gleich viel angenehmer und ich muss zugeben, dass mir das Schwimmen extremen Spaß gemacht hat.

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Wasserballkraul zahlt sich eben aus.

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Schwimmen geschafft!

Als erste gelbe Badekappe ging’s in die Wechselzone. Insgesamt war es der 8. beste von 73 Schwimmsplits im Frauenfeld.

Hello Mr. Rain.

Wie schon vor der Olympischen Distanz in Leipizig hatte ich am Freitag vorher nochmals die Müdigkeit mit einer moderaten Radeinheit aus den Beinen geschüttelt und konnte feststellen, dass ich gute Beine hatte. Dass exakt für die Dauer des Radsplits ein Schauer über uns hereinbrach, nervte natürlich tierisch. Hatte ich bei der Erwärmung noch geschwitzt, begann ich nun tatsächlich zu frieren. Dennoch gab ich mein Bestes. Die Strecke hatte sehr guten Asphalt und erst auf der zweiten Hälfte stand nicht nur das Wasser in meinen Schuhen, sondern tatsächlich auch auf der Straße, was uneingeschränktes Fahren schließlich vollends zunichte machte. So konnte ich die schöne Abfahrt kurz vor der zweiten Wende auch nicht gehörig runterdonnern, wie ich es  eigentlich gerne getan hätte. Ein Grund 2017 wiederzukommen.

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Sieger Philipp Dressel Putz kochte die Konkurrenz mächtig ab: Start-Ziel-Sieg.

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Pünktlich zum zweiten Wechsel hörte der Regen auf.

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Nass bleibt nass.

Hello Mrs. Sunshine.

Pünktlich zum zweiten Wechsel verzogen sich die Regenwolken komplett und es kam tatsächlich die Sonne wieder raus. Nichtsdestotrotz stieg ich in quietschnasse Laufschuhe und sowohl Füße als auch Oberschenkel mussten sich erstmal ein bisschen erwärmen.

Zunächst ging es kurz über Rasen und über eine Schleife rund um eine Liegewiese, dann über einen halbwegs gut geteerten Spazierweg in Richtung eines Campingplatzes. Der gelöcherte Pflasterweg durch die Anlage lief sich nicht wirklich gut, kurz drauf ging’s eine kurze Rampe hinauf und schließlich über Asphalt zurück durch den Wald zum Ziel – wo das ganze auf der zweiten Runde von vorn begann. Insgesamt war die Laufstrecke okay und ich mit meiner Leistung auch recht zufrieden. Ich lief den 6. besten Laufsplit von allen Teilnehmerinnen.

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Zwei Laufrunden bildeten den Abschluss.

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Durch die drei Wellen war stets etwas los auf der Laufstrecke.

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Kurz vor dem Ende der zweiten Laufrunde #1.

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Kurz vor dem Ende der zweiten Laufrunde #2.

Schlussendlich war es wirklich schade, dass das Radfahren von Regen „überschattet“ war. Im Nachhinein hat so ein Sprint aber echt mal wieder gefetzt, da ich dieses Jahr bisher nur an Olympischen Distanzen teilnahm. Für den ersten AK-Platz gabs noch eine handgetöpferte glasierte Schale, über die ich mich besonders freute, plus Bierkasten, den ich nicht gebrauchen kann. 😉 Das Elternhaus hat sich jedoch schon als Abnehmer angeboten. 😀

Die Preis-Leistung stimmt absolut: Für 20,- Euro gibt’s sogar ein T-Shirt dazu!

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33. Leipziger Triathlon

Die erste Saisonhälfte gipfelte in diesem Jahr in einer Wettkampfphase mit drei Olympischen Distanzen (Triathlon Kulmbach, Koberbachtal-Triathlon, Erfurt Triathlon – einen Beitrag dazu wird es zu späterer Zeit noch geben).

Direkt im Anschluss ging es in eine neue Aufbauphase. Diese sehnte ich bereits herbei, da die Trainingsumfänge in der Wettkampfphase trotz einiger Tempospitzen immer recht gering, aber natürlich auch erforderlich sind, um sich zwischen den Wettkämpfen zu erholen.

Am Ende des erwähnten vierwöchigen Aufbaublocks stand nun der Leipziger Triathlon auf dem Plan. 2013 hatte ich zum 30. Jubiläum schon einmal teilgenommen. Damals war es übrigens meine zweite Olympische Distanz überhaupt.

Ich muss zugeben, dass ich mich selten so unfit gefühlt habe wie am Start dieses Triathlons. Ich wusste zwar, dass ich im Trainingsblock gut trainiert hatte, die zwei lockeren Laufeinheiten und das kurze Koppeln am Tag vor dem Wettkampf fühlten sich jedoch keineswegs leichtfüßig, sondern eher schwerfällig an. Mit dem moderaten Radfahren am Freitag hoffte ich, mir die Müdigkeit ein wenig aus dem Körper zu treiben. Samstag jedoch waren die Beine immer noch schwer. Das allerschlechteste Gefühl hatte ich hinsichtlich des Schwimmens. Nachdem ich zwei Wochen auf das Freibad Stadtroda ausweichen musste, da das örtliche Hallenbad die jährlichen Wartungsarbeiten durchführte, versetzte mich das erste Training, das ich wieder in der Halle absolvierte, in eine Schockstarre. Langsame Zeiten – und das besserte sich die folgenden zwei Einheiten nicht. Zugunsten des besseren Wassergefühls schob ich daher noch eine kurze Einheit am Freitag ein.

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Meine Zielsetzung war – insbesondere aufgrund der Hitze – ganz klar: Der Fokus sollte auf dem Radfahren liegen. Und das nicht nur, weil ich meinen neuen Helm erstmals ausführte. 😉

Die Temperaturen bewegten sich in einem Bereich, in dem ich schon im Stehen schwitze, sodass die Erwärmung zu einer moderaten Ganzkörperschweißbenetzung führte. Anschließend zwängte ich mich in die Neoprenpelle und stürzte mich gleich in den Kulkwitzer See, wo es zumindest erträglich war.

11.00 Uhr fiel der Startschuss für die Lizenzwelle. Ich konnte keine koordinative Überlegenheit dieser Starter gegenüber denjenigen der Nicht-Lizenzwelle von vor zwei Jahren feststellen. Im Gegenteil. Nach der zweiten Boje legte sich das Durcheinander und die Zeit verging gefühlt wie im Fluge, auch wenn ich durch das Gedrängel am Anfang ziemlich kurzatmig war. Zu meiner Überraschung hatte ich die 1.550 Meter bereits nach 25:11 Minuten hinter mich gebracht. Damit war ich 4. schnellste Schwimmerin. Das passte.

Da sich auf dem 10-Kilometer-Rundkurs schlussendlich 600 Sportler tummeln, wurde es bisweilen ziemlich eng. Damit das Ganze fair bleibt, musste ich mitunter in der dritten Reihe fahren, da sich einige einen Dreck um das Windschattenverbot scheren und peloton-like zu Gruppen zusammenschließen. Auch ein Jedermann ohne Klickpedale, in Badehose und Radtrikot war sich nicht zu schade, sich in meinem Windschatten auszuruhen – bis ich ihn schließlich zurechtwies. An anderer Stelle traute man sich sogar, hinter mir regelmäßig den Leerlauf verlauten zu lassen, bis ich schließlich ausschere und klar mache, dass sich hier bitte niemand hinter mir ausruht, während meine Beine und Lunge brennen.

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Abgesehen davon ist der Radkurs ein Traum: Flach, schnell, fast ausnahmslos sehr guter Untergrund, wenig Kurven – und der Wind war mehr als erträglich. Zum Glück hatte ich neben den 700 Milliliter Iso noch eine kleine Trinkflasche im Rahmen dabei, denn nach der 3. Runde war das Iso schon leer. Aus Fehlern lernt man eben.

Der 36 km/h-Split ist natürlich absolut krass für meine Verhältnisse. Das entsprach der 8. schnellsten Radzeit unter den 73 Frauen. In die 35er Richtung hatte ich nach dem Leistungssprung beim Powertriathlon aber schon geschielt, denn 2013 hatte ich in Leipzig bereits einen 34er Schnitt geschafft.

Den Laufkurs hatte ich doch ein wenig anders in Erinnerung als er schlussendlich war. Den Anstieg, den ich in der Waldpassage erwartete, gab es gar nicht. Dafür überraschte es mich jedoch, wie verwinkelt die Strecke doch war. Die Pace konnte ich über die erste der zwei Runden noch gut halten, dass es dann schwer werden würde, war mir klar. Ich bin einfach kein Freund großer Hitze. Mit einem Tempo von 4:35 min/km und dem 5. besten Laufsplit brauche ich mich jedoch nicht verstecken und bin absolut zufrieden.

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Ich freue mich riesig, dass es sogar zum 6. Gesamtplatz reichte und ich mit vielen großartigen und starken Triathleten auf dem Siegerpodest stehen durfte. Danke Leipzig, das war – trotz fehlender Duschen – ein tolles Event.

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