Schauinslandkönig aus Groupie-Perspektive

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Schauinslandkönig – das ist ein Radrennen mit 800 Höhenmetern auf 11,5 Kilometer. Benannt ist dieses Event nach dem Gipfel Schauinsland, den es ausgehend von der Talstation der Seilbahn zu erreichen gilt.

schwarzwaldkoeniglogowebGestartet wird in 15-sekündigem Abstand, die Anmeldereihenfolge bestimmt auch die Reihenfolge der Starter. @LaFlitzer hatte sich mit Startnummer 606 zwischen 12:30 und 12:40 Uhr in die Aufstellung einzureihen.

Bei mir standen an jenem Tag 2 h Radausfahrt auf dem Plan, die ich nüchtern in sonntäglicher Herrgotts-Frühe absolvierte, um anschließend Support und Co. ohne „Ich habe heut noch Training“ im Hinterkopf leisten zu können.

Etwa 11 Uhr brach ich mit meinem Stadtrad – der Veranstalter hatte sich eine umweltfreundliche Anreise gewünscht – zur Talstation auf, während @LaFlitzer die Anreise als Erwärmung nutzte. Nun gut, mir wurde auch warm, denn als ich mich mit dem Handy die 11 Kilometer dorthin navigieren ließ, spuckte Googlemaps 238 Höhenmeter aus. WHAT!?

Als auf der von Freiburg wegführenden ruhigen Straße etliche weitere Teilnehmer an mir vorbei fuhren, wurde ich zum Teil mit eindringlichen Schulterblicken beäugt. NEIN ICH WILL NICHT MIT DEM STADTRAD TEILNEHMEN. Es nehmen übrigens auch Klappräder, Tandems, MTBs und Radfahrer mit Kinderanhänger teil, deswegen läge es im Grunde nicht sooooo fern. Aber ich war schließlich in Alltagsklamotten unterwegs (nicht die schlaueste Entscheidung, zumindest ein Funktionsshirt hätte die Transpiration angenehmer gemacht).

Oben (an der Talstation) angekommen, wurde das Rad diebstahlsicher befestigt und ich organisierte mir ein Ticket für die Seilbahn. Die Berg- und Talfahrt ist mit 12 Euro nicht das günstigste Unterfangen. Aber man möchte ja auch am Ziel rumjubeln können.

Die allgemeine Aufregung wurde durch die Sichtung von Sebastian Kienle zerstreut und ich positionierte mich schon einmal für die Startfotos. Bei seinem Training hatte @LaFlitzer (ohne jegliche Ambitionen im Blick) einmal um die 42 Minuten gebraucht, kurz vor dem Start wurde noch einmal kräftig tiefgestapelt. Er sei froh, wenn er unter 40 Minuten da oben sei. Tage vorher wurde noch von 37er und 38er Zeiten gesprochen und von „Top 10 Prozent“.

Nachdem man ihn also nun auf die Strecke entlassen hatte, ging es für mich im Eilschritt zur Seilbahn und ich quetschte mich mit einigen anderen in eine Kabine, die fast direkt zum Ziel des Rennens führte. Ab und zu wurde ein Blick auf die Asphaltstraße frei, auf der die künftigen Schauinslandkönige unterwegs waren. 2011 und 2012 war ich hier übrigens auch schon einmal hochgefahren. Das große „Oh“ und „Ah“ bei der Seilbahnfahrt entfiel übrigens auch, denn diese Fahrt hatte ich in einem Schwarzwald-Urlaub bereits erlebt.

Als der berucksackte Edel-Groupie aka ich oben ankam, versuchte ich einen zielnahen Punkt an der Strecke zum finalen Anfeuern und adäquaten Fotoknipsen zu finden. Das Wetterchen war dortoben recht zugezogen, Petrus hatte den Schauinsland-Gipfel in einen dicken Wolkenmantel eingemummelt und später begann es dann auch zu nieseln.

Bis dahin hatte @LaFlitzer allerdings bereits das Plateau erreicht. Mit fighting face (siehe Bild ganz oben) und ordentlichem Pusten. Der Zuschauer braucht sich keine Sorgen machen – allerdings hört dieser auch nicht, wie sich @LaFlitzer beim Timetrial-Training auf der Rolle pusht.

Mit einer objektiv sehr guten Zeit von 35:43,7 Minuten (und für mich persönlich ohnehin wahnsinnig guten Zeit) erreichte er als 27. von insgesamt 546 sogar die Top 5 Prozent. Auch Sebastian Kienle traf wenig später ein. Auf Anfrage („Herr Kienle können wir zusammen ein Foto machen?“) erklärte sich dieser sofort bereit und ich durfte die zwei ablichten.

Nach allgemeinem Nach-Finish-Geplenkel wie Umziehen, etwas Ausruhen, einem Käffchen und dem Warten auf die Ergebnisliste, fuhr ich mit der Bahn wieder hinunter und tengelte zusammen mit dem frisch gebackenen Schauinslandkönig nach Hause.

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