RiderMan – Tag 2: 92 km | 1.350 Hm

1.350 Höhenmeter auf 92 Kilometer – das klang machbar. Nach dem Bambini-SURM konnte mich nicht mehr viel schocken, dachte ich, und auch das Höhenprofil an sich sah „okay“ aus. Einzig und allein die erforderliche Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h ließ mich etwas bangen. Diese war überhaupt auch der Grund, warum ich mit der Anmeldung generell lange gezögert hatte.

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Panorama an der zweiten Bergwertung.

Wer die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht schafft, bekommt automatisch eine Zeit zugewiesen. Nämlich die Zeit von demjenigen Fahrer, der es als letztes im Rahmen des Zeitlimits ins Ziel schafft, plus 30 Minuten. Ausscheiden muss also niemand. Die Cut-Off-Zeit nicht zu schaffen, ist trotzdem irgendwie… peinlich.

Das Wetter am Tag der zweiten Etappe war der Hammer. Es entschädigte für jeden einzelnen Regentropfen des SURMs.

Die weiblichen Teilnehmer wurden in den Startblock B einsortiert. Allen männlichen Fahrern wurde der Startblock (A bis D) auf Grundlage ihrer Vortagesleistung beim Einzelzeitfahren zugewiesen.

Die sehr  humane Verhaltensweise aller Starter im Startblock ließ keine Ängste aufkommen, es könnte eine Massenkarambolage geben, und abgesehen von einem Sturz nach zwei Kilometern am Berg hoch zur Hirschhalde, wurde ich weder Zeugin noch Beteiligte weiterer Unfälle.

Insgesamt standen sechs Bergwertungen auf dem Plan. Nicht, dass ich hier im Entferntesten hätte mitreden können, aber so geben diese Bergwertungen doch eine Orientierung, wie oft es noch einmal eklig werden könnte.

Nach der ersten Bergwertung musste ich ordentlich schlucken – das war tatsächlich kein leichter Anstieg gewesen und die ersten „Schieber“ (zwei Frauen) wurden auch schon gesichtet. Als es daraufhin etwas länger flach geradeaus ging, fiel ich aus dem Windschatten einer kleinen Gruppe und musste allein bei Gegenwind fahren. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Was ich an diesem Tag gelernt habe, ist vor allem eines: Ich bin die, die aus dem Windschatten fällt, und bergan alle wieder einsammelt.

Die Streckenführung erlaubte es mehrfach, bereits vorher den weiteren Verlauf einsehen zu können, sodass ich grob erahnen konnte, was uns bei der zweiten Bergwertung erwarten würde. Dass ich hier recht stark war, überraschte mich. Im hinteren Feld ist es aber wohl so, dass ich dort zu den besseren Bergfahrer/innen zähle. Besonders cool war der Fotograf am zweiten Berg, der mich, bei meinem ersten Vornamen nannte, als ob er mich kannte, und anfeuerte.

Im Anstieg wieder einige einzusammeln, motiverte und gab mir Selbstvertrauen, die Cut-Off-Zeit zu schaffen.

Nach 38 Kilometern folgte die erste FEEDZONE. Ich schnappte mir eine Flasche, wusste aber nicht, dass keine offizielle Abwurfstelle mehr folgen würde. Meine Flaschenhalter waren jedoch bereits voll. Hmpf. Ich stopfte mir das 1-Liter-Geschoss also in die Trikottasche. Erst später an einem Anstieg hatte ich dann Zeit, daraus etwas Wasser abzulassen, damit die Flasche nicht ganz so viel wiegt. Erst nach der fünften Bergwertung konnte ich mich dieser Flasche dann endlich entledigen.

Nach 50 Kilometern lernte ich übrigens Erwin kennen, mit dem ich mich ein wenig austauschte. Ein Zeit fuhren wir gemeinsam, zusammen mit „Gulasch“ (das stand zumindest auf seinem Trikot).

Bei Kilometer 70 war ich zu faul und nahm mein 2. Gel nicht – oder ich meinte, es nicht zu brauchen, was im Nachhinein eine unkluge Entscheidung war. Ich wurde müde. Ein klassischer Fehler. Als irgendwann aber die Kilometerschilder „10“ und „5“ den Wegesrand zierten, überstand ich die finalen Kilometer auch noch und freute mich, über den Pace-Schnitt von 26,8 km/h. Der Platz war mir egal.

Statistik:

3:25:38,7 Stunden, 26,8 km/h

Tageswertung: Platz 37/55 (davon 7 nicht im Timelimit und 6x DNF) | Platz AK 11/14

Tourwertung: (identisch, da die 2. Etappe nur für Tourstarter zugelassen war)

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@LaFlitzer benötigte 2:39:35,3 Stunden (34,59 km/h) und belegte Gesamtplatz 180 von 491 (AK-Platz 46 von 79).

An diesem Abend mussten wir nicht wieder zurück nach Freiburg fahren (= mehr als eine gute Stunde Autofahrt), sondern hatten ein Hotel ganz in der Nähe, sodass wir die Siegerehrung und die Pasta-Party besuchen konnten und genug Zeit zur Erholung hatten.

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